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Berlin & Brandenburg895 Jägerprüfungen: Fast jeder Zweite fällt durch

17.04.2026, 06:01 Uhr
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Brandenburgs Jägerprüfung hat es in sich - fast jeder Zweite besteht sie nicht. Der Jagdverband spricht von einem hohen Anspruch. Dabei hapert es auch beim Schießen.

Potsdam (dpa/bb) - Fast 900 Jägerprüfungen im Jahr, aber fast die Hälfte der Jagdschüler fällt durch: Brandenburgs Jägerprüfung ist knifflig. Die Zahlen zeigten, dass die Jägerprüfung anspruchsvoll bleibe und eine intensive Vorbereitung nötig sei, teilte der Landesjagdverband mit.

Dabei hapert es laut Verband unter anderem beim Schießen auf bewegte Ziele. Anspruchsvoll ist für viele Jagdschüler demnach das "Flintenschießen", bei dem in der Prüfung Wurfscheiben getroffen werden müssen. Beim mündlich-praktischen Teil hätten die meisten Prüflinge Schwierigkeiten in den Bereichen Wildbiologie und Waffenhandhabung, sagte Verbands-Geschäftsführer Kai Hamann.

Die Zahlen des Jagdverbandes im Überblick

- Im vergangenen Jahr wurden 895 Jagdprüfungen in Brandenburg durchgeführt. 486 Prüflinge bestanden - eine Quote von 54 Prozent. 2024 lag sie bei 58 Prozent.

- Die Durchfallquote ist in Brandenburg vergleichsweise hoch. Bundesweit scheiterte laut Deutschem Jagdverband knapp ein Viertel aller Jagdschüler im ersten Anlauf.

- Ein Vergleich: Beim Autoführerschein bestanden 2024 laut TÜV-Verband 45 Prozent der Fahrschülerinnen und Fahrschüler die Theorieprüfung nicht. Mehr als ein Drittel (37 Prozent) scheiterte in der ersten praktischen Prüfung.

- 273 Kandidaten bestanden 2025 die Jägerprüfung in Brandenburg im ersten Anlauf, bei 213 handelte es sich um eine Wiederholungsprüfung.

- Die Jagd ist nach wie vor eine Männer-Domäne. Rund 22 Prozent der Prüflinge waren Frauen. (2024: etwa 25 Prozent). Das Durchschnittsalter der Jagdschüler ist bei der Prüfung laut Verband etwa 37 bis 38 Jahre.

Landesverband: Hürden unterschiedlich hoch

Verbands-Geschäftsführer Hamann, sagte, in Brandenburg seien die Hürden für die Jagdprüfung als Voraussetzung für einen Jagdschein höher als in einigen anderen Bundesländern. Jäger müssten 150 Ausbildungsstunden in einer der privaten Jagdschulen nachweisen. Dies sei etwa in Niedersachsen so nicht vorgeschrieben, so Hamann.

Die Jagdausbildung kostet laut Landesjagdverband Brandenburg, der mehr als 10.000 Mitglieder hat, etwa 2.500 bis 3.500 Euro.

Was sieht die Jägerprüfung vor?

Die Prüfung besteht neben dem Schießen noch aus einem schriftlichen und einem mündlich-praktischen Teil. Neben den Gebieten Wildarten und Waffentechnik geht es dabei auch um den Jagdbetrieb, um den Naturschutz, Wildkrankheiten und rechtliche Vorschriften.

Beispielsweise kann in der Prüfung abgefragt werden, dass ein Marderhund nicht auf Bäume klettern kann und welche Entfernung für einen sicheren Schuss auf Rehwild angemessen ist. Die korrekte Antwort laut Jagdverband: bis maximal 100 Meter. Bei den Schießtests muss auf eine feststehende Scheibe und auf bewegte Ziele geschossen werden.

Quelle: dpa

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