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Berlin & BrandenburgBVG setzt auf KI-Kameras – Zahl der Straftaten sinkt

20.04.2026, 16:13 Uhr
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Mehr Sicherheitspersonal, Modernere Kameraüberwachung: Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) hatten zuletzt einen starken Fokus auf das Thema Sicherheit. Hat es was gebracht?

Berlin (dpa/bb) - Für mehr Sicherheit für die Fahrgäste und die Beschäftigten setzen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) künftig vor allem auf eine modernere Videoüberwachung. Eine Technik, die zuletzt als Pilotprojekt am Kottbusser Tor ausprobiert wurde, kommt inzwischen an 13 weiteren Bahnhöfen zum Einsatz, wie das Unternehmen mitteilte. Sieben weitere sollen im zweiten Halbjahr folgen.

KI-gestützte Videodetektion

Dabei erkennen die Kameras automatisch, ob sich Unbefugte in nicht-öffentlichen Bereichen von Bahnhöfen aufhalten und geben ein Signal an die Sicherheits-Leitstelle. Vor allem geht es um Tunnel- und Gleisbereiche, die auf diese Weise etwa besser gegen Vandalismus geschützt werden können.

Derzeit prüfe die BVG, inwiefern diese sogenannte KI-gestützte Videodetektion auch für öffentliche Bereiche eingesetzt werden könne. Auch hier soll es am Kottbusser Tor ein Pilotprojekt geben. Auf diese Weise könnten Sicherheitskräfte in bestimmten Situationen schneller eingreifen, etwa bei Personen im Gleis, bei Rauch- und Brandentwicklung oder bei herrenlosem Gepäck. Dazu laufe derzeit die Abstimmung mit der Berliner Datenschutzbeauftragten.

105 Millionen Euro für Sicherheitsmaßnahmen

Die BVG hat im vergangenen Jahr eigenen Angaben zufolge rund 105 Millionen Euro in Sicherheitsmaßnahmen investiert. Dazu zählen etwa gemeinsame Reinigungs- und Sicherheitsstreifen auf bestimmten U-Bahnlinien und generell mehr Sicherheitspersonal. Rund 250 Sicherheitsbedienstete seien rund um die Uhr im Einsatz, hieß es. Die Zahl der Einsatzstunden habe sich auf täglich 2.275 erhöht von rund 1.900 im Jahr zuvor.

Insgesamt habe sich die Sicherheit im vergangenen Jahr verbessert, betonte die BVG. Die Zahl der Straftaten in den Bussen und Bahnen des Berliner Nahverkehrs ging demnach im Jahr 2025 um 16 Prozent auf rund 12.560 zurück. Darunter waren etwa 4.000 Gewaltdelikte, 120 weniger als im Vorjahr.

Zudem kam es zu weniger Delikten gegenüber BVG-Beschäftigten. Das Unternehmen verzeichnete knapp 270 solcher Tatbestände im vergangenen Jahr, gut 60 weniger als 2024. Während insbesondere die Zahl der Beleidigungen und Bedrohungen zurückging, gab es hingegen eine Zunahme bei Körperverletzungen gegen BVG-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Höchststand bei Sexualdelikten

Gleichzeitig stieg bei den Fahrgästen die Zahl der Sexualdelikte mit 314 auf den höchsten Stand seit 2015. Auch die Zahl der Nötigungen hat sich im Verlauf der vergangenen zehn Jahre nahezu verdoppelt und lag 2025 den Angaben zufolge bei 644. Dies sei ein gesamtgesellschaftlicher Trend, der sich auch bei der BVG zeige, teilte das Unternehmen mit. Eine genaue Ursache dafür sei nicht bekannt.

"Die hohe Anzahl an Übergriffen gegen Frauen in unserer Gesellschaft, ob nun in den Öffis oder bei häuslicher Gewalt oder an anderen Orten, ist definitiv zu hoch", sagte Berlins Regierender Bürgermeister, Kai Wegner (CDU). "Wir müssen alles unternehmen, dass öffentliche Orte, Plätze, aber auch das Zuhause, dass Frauen hier besser geschützt werden."

BVG-Chef Henrik Falk betonte, das Unternehmen könnte sich auf den Zahlen zu Straftaten im vergangenen Jahr nicht ausruhen. "Jeder Angriff ist einer zu viel und jede Straftat ist eine zu viel." In einer Weltmetropole würden solche Delikte gleichwohl immer ein Thema sein. Die BVG verzeichnete eigenen Angaben zufolge im vergangenen Jahr rund 1,1 Milliarden Fahrgastfahrten.

Quelle: dpa

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