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Berlin & BrandenburgBahnprojekt im Regierungsviertel bringt lange Sperrzeit

29.06.2026, 15:00 Uhr
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In den nächsten Jahren beginnen die Arbeiten an einer neuen S-Bahn-Verbindung zwischen dem Hauptbahnhof und dem Potsdamer Platz. Sie bedeuten eine jahrelange Sperrung der bestehenden Nord-Süd-Strecke.

Berlin (dpa/bb) - Wegen eines Großbauprojekts der Berliner S-Bahn im Regierungsviertel müssen sich Fahrgäste in einigen Jahren auf eine rund 2,5 Jahre andauernde Unterbrechung der bestehenden Nord-Süd-Verbindung einstellen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und über die zuerst der "Tagesspiegel" berichtet hat.

Konkret geht es um das Großprojekt S21, das eines Tages vom Nordring über den Hauptbahnhof, Potsdamer Platz und Yorckstraße bis zum Südkreuz führen und das Berliner S-Bahnnetz erheblich entlasten soll. Doch zuvor bedeutet das für Fahrgäste jahrelange Einschränkungen.

Zweiter Bauabschnitt bringt lange Sperrung

Der erste Bauabschnitt vom Bahnhof Gesundbrunnen bis zum Hauptbahnhof ist vor wenigen Wochen mit jahrelanger Verzögerung in Betrieb gegangen. Die Arbeiten für den zweiten Bauabschnitt zwischen Hauptbahnhof und Potsdamer Platz sollen in den kommenden Jahren beginnen und bis 2036 abgeschlossen sein.

Der Bau dieses Abschnitts gilt als kompliziert, weil er mitten durch das Regierungsviertel führt und auch wichtige Denkmäler wie das Holocaustmahnmal sowie das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma im Tiergarten betrifft.

Ende 2023 hat der Senat die sogenannte Variante 12H beschlossen. Diese sieht eine unterirdische Trassenführung durch den Tiergarten vor. Ein Gleis führt dabei westlich um das Reichstagsgebäude herum, das andere östlich.

Südlich des Brandenburger Tors soll die neue Trasse der Deutschen Bahn zufolge in einen bestehenden Tunnel, den sogenannten "Heuboden" münden, der weiter bis zum Potsdamer Platz führt. Dieser 400 Meter lange Tunnelabschnitt wurde demnach bereits in den späten 1930er Jahren gebaut und werde derzeit als Abstellanlage genutzt. Allerdings muss er der Bundesregierung zufolge in Teilen neu gebaut werden, damit die neue Linie durchfahren könne.

Wann die Sperrung kommt, ist völlig offen

Auch das ist aus Sicht der Grünen ein Grund für die lange Sperrung, die dann auf der bestehenden Nord-Süd-Verbindung zwischen Brandenburger Tor und Potsdamer Platz ansteht. Der genaue Zeitraum dafür ist noch völlig offen, es dürfte aber noch einige Jahre dauern. Noch läuft das Planfeststellungsverfahren für den Bauabschnitt.

Aus Sicht der Grünen bleibt zudem unklar, ob die Züge zwischen Nordbahnhof und Brandenburger Tor in dem Zeitraum fahren können. "Im Brandenburger Tor fehlt es aktuell an den dafür notwendigen Weichen", teilte die Bundestagsfraktion mit.

"Die neue S21-Strecke schließt eine Lücke im Netz und macht dadurch die Öffis attraktiver", heißt es von Bettina Jarasch, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus. "Aber die Deutsche Bahn muss mehr dafür tun, dass die Auswirkungen auf die Fahrgäste so gering wie möglich bleiben."

Quelle: dpa

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