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Berlin & BrandenburgGeneration 60plus - mehr Senioren hinter Gittern

02.03.2026, 05:02 Uhr
Der-Zaun-der-Justizvollzugsanstalt-JVA-Moabit

Die Gesellschaft wird immer älter. Auch im Gefängnis ist das spürbar. Wie die Justiz auf die neuen Bedürfnisse reagiert und wo es noch hakt.

Berlin (dpa/bb) - In Berliner Gefängnissen sitzen zunehmend auch Menschen ab 60 Jahren ein. In diesem Jahr gibt es nach Angaben der Senatsjustizverwaltung bislang 134 Strafgefangene in dieser Altersgruppe (Stand: 31. Januar), darunter 6 Frauen. Zudem befinden sich 13 Menschen der Generation 60plus in Untersuchungshaft und 20 Straftäter in der Sicherungsverwahrung in Tegel.

Der Anteil der Senioren an der Gesamtzahl der Inhaftierten ist nach den Angaben in den vergangenen zehn Jahren von 4 auf 6,5 Prozent gestiegen. Im vergangenen Jahr saßen rund 8.670 Menschen in Berliner Gefängnissen ein, etwa 28 Prozent von ihnen in Untersuchungshaft.

Senioren oft im offenen Vollzug

Ein Großteil der verurteilten Straftäter über 60 Jahre befindet sich im sogenannten offenen Vollzug, wie eine Justizsprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Dieser verfüge an zwei Standorten über eine Station, die jeweils auf die Unterbringung älterer Menschen eingestellt ist. Im offenen Vollzug können Insassen tagsüber die Gefängnisse verlassen, um beispielsweise arbeiten zu gehen, Termine in Beratungseinrichtungen wahrzunehmen oder die Familie zu besuchen.

Die Landeseigene Immobilienmanagement-Gesellschaft (BIM) habe bei Besichtigungen in den Justizvollzugsanstalten "diverse Umbaubedarfe" festgestellt in Sachen barrierefreie Gestaltung oder Sanierung. Diese sollen nach und nach umgesetzt werden.

Barrierefreiheit zunehmend Thema

Dazu zählt, dass Zugänge zu den Gebäuden und die Bewegungsmöglichkeiten darin verbessert werden. Sanitärbereiche sollen entsprechend angepasst werden. Bei Neubauten sollen die Bedürfnisse von älteren Gefangenen von Anfang an berücksichtigt werden.

Spezielle Pflegeabteilungen gibt es bislang nicht in den Berliner Haftanstalten. Bestehe bei Straftätern eine Pflegebedürftigkeit, die eine reguläre Unterbringung in den Gefängnissen nicht mehr zulasse, könnten sie im Justizvollzugskrankenhaus untergebracht werden, hieß es.

Angesichts einer immer älter werdenden Gesellschaft soll laut Justizverwaltung bei Sanierungsarbeiten im geschlossenen Männervollzug eine Station für ältere Inhaftierte geschaffen werden, die auch den Bedürfnissen pflegebedürftiger Straftäter gerecht werde. Auch für den vorgesehenen Erweiterungsbau der Sicherungsverwahrung sei so eine Station geplant.

Wie es in anderen Bundesländern aussieht

Auch in den anderen Bundesländern stellt sich die Justiz auf älter werdende Häftlinge ein, die mit einem Rollator unterwegs sind oder besondere Unterstützung benötigen. So gibt es im benachbarten Brandenburg nach Justizangaben in der Vollzugsanstalt in Brandenburg an der Havel eine Abteilung mit neun Haftplätzen für "lebensältere Gefangene".

Jeweils eine spezielle Abteilung für Häftlinge ab 60 Jahren gibt es in Sachsen in der Vollzugsanstalt Waldheim und in Nordrhein-Westfalen im Gefängnis Bielefeld-Senne. In Rheinland-Pfalz ist im Januar in der JVA Wittlich eine neue Pflegeabteilung des Landes eröffnet worden - für Gefangene aus den Haftanstalten in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Häftlinge mit Pflegestufe haben dort größere Räume, Pflegebetten, barrierefreie Badezimmer, einen Alarmknopf und eine Gemeinschaftsküche.

Quelle: dpa

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