Berlin & BrandenburgBerliner Expo-Gesellschaft will Brandenburg mehr einbinden

Eine Weltausstellung in Berlin und Brandenburg? Dafür wirbt eine private Berliner Initiative. Sie will den Fokus nun stärker auf Brandenburg setzen. Was sind die Pläne?
Schönefeld (dpa/bb) - Die private Berliner Initiative für eine Expo 2035 will Brandenburg für eine Bewerbung einer Weltausstellung stärker einbinden. "Es kann nur mit dem Hauptgelände in Schönefeld auch zu einer brandenburgischen Erzählung werden", sagte der Geschäftsführer der Expo 2035 Berlin GmbH, Henning Wehmeyer, der Deutschen Presse-Agentur. "Das können wir nur gemeinsam entwickeln." Bisher gibt es noch keine deutsche Bewerbung.
Wehmeyer spricht sich für eine gemeinsame Weltausstellung auf einem rund 200 Hektar großen Gelände in der Gemeinde Schönefeld zwischen der Landesgrenze und dem Flughafen BER aus. Auf einer Veranstaltung des Dialogforums der Anrainerkommunen in Schönefeld wurden die Expo-Pläne am Mittwochabend erstmals in Brandenburg präsentiert, berichteten die "Potsdamer Neuesten Nachrichten".
Expo-Gesellschaft: Ein Hauptgelände und mehrere Satelliten
"Klar ist, wir brauchen ein Hauptgelände", sagte der Geschäftsführer der Initiative. "Wir müssen aber natürlich gucken, dass nicht nur ein singulärer Ort zur Weltausstellung wird, sondern wir wollen eine ganze Metropolregion, eine ganze Region und die Menschen mitnehmen." Die Expo Berlin 2035 GmbH wird vor allem von der Wirtschaft getragen. Sie schlägt sogenannte Expo-Satelliten vor.
In Berlin kommt laut Wehmeyer etwa das ehemalige Kongresszentrum ICC dafür infrage. Er sei auch mit Kommunen in Brandenburg im Gespräch, mit Potsdam etwa über ein Projekt am Uni-Campus, sagte Wehmeyer. Ein Expo-Satellit sei auch in Cottbus denkbar. Auch Werbepavillons könne es geben.
Wegner wirbt für Expo - Woidke will Neuanlauf
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) wollte sich zunächst auf eine Bewerbung um die Olympischen Spiele konzentrieren, macht sich aber inzwischen für eine Weltausstellung stark. "Ein klares Ja zu Olympia und auch ein klares Ja zur Expo in Schönefeld", sagte er am 18. Mai. "Hier sind wir in Gesprächen mit Brandenburg."
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hält ein neues, gemeinsames Konzept mit Berlin für nötig. "Wenn es eine Expo gibt für die gesamte Hauptstadtregion, dann muss es hier einen völlig neuen Ansatz geben", hatte Woidke am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur gesagt. "Wir werden uns an keinem Berliner Konzept beteiligen." Nach Angaben der Staatskanzlei laufen bereits Gespräche mit Berlin.
Wirtschaft dringt auf Expo
Es habe eine Berlin-Lastigkeit gegeben, räumte der Geschäftsführer der Expo-Initiative ein. Die Menschen, die sich anfänglich dafür engagiert hätten, seien aus Berlin gekommen. "Wir müssen konzeptionell näher an Brandenburg ranrücken und mit Brandenburg zusammenarbeiten."
Die Wirtschaft in Berlin und Brandenburg wirbt massiv für eine Expo in der Hauptstadtregion und sieht positive wirtschaftliche Effekte. Auch in Kommunen wie Schönefeld gibt es Unterstützung. Allerdings findet die Debatte vor dem Hintergrund knapper Finanzen statt.
Die Bewerbungsphase läuft bereits. Die bisher letzte Weltausstellung in Deutschland fand 2000 in Hannover statt. Sie sorgte für Kosten in Milliardenhöhe, es entstand ein Defizit.