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Berlin & Brandenburg Branche: Bäckereien durch Krise unterschiedlich belastet

Ein Bäcker formt in der Backstube auf einer mit Mehl bestäubten Arbeitsplatte den Teig.

(Foto: Soeren Stache/dpa/Symbolbild)

Oberkrämer (dpa/bb) - Handgemachte Dominosteine, Lebkuchen und selbst gebackener Stollen: Bäckereien in Brandenburg bieten trotz Energiekrise auch in diesem Jahr wieder manche Weihnachtsleckerei an. Die Belastungen durch die Teuerungen seien in den Betrieben unterschiedlich, sagte Karl-Dietmar Plentz, Sprecher der Bäckereien in Berlin und Brandenburg der Deutschen Presse-Agentur. "Es gibt Betriebe, die kommen gut durch die Situation, andere müssen ihr Geschäft zumachen."

Vor allem kleinere Betriebe sind ihm zufolge am Limit. Gestiegene Personal-, Energie- und Rohstoffkosten sowie überdies Zurückhaltung bei den Kunden erschwerten auch das Weihnachtsgeschäft, so Plentz. Menschen könnten sich teilweise den Bäcker nicht mehr leisten und griffen wegen gestiegener Nebenkosten auf Preiswerteres zurück. Er warnte in diesem Zusammenhang vor einem "Niedergang der deutschen Brotkultur". Viele seiner Kollegen litten unter den sinkenden Einnahmen. Auch seien Bäckereien mit kleinen Cafés für viele Menschen ein Treffpunkt für soziale Kontakte und für die Versorgung in ländlichen Regionen notwendig.

Nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks vom Juli stiegen die Produktionskosten im Bäckerhandwerk im Vergleich zu der Zeit vor dem Ukraine-Krieg im Schnitt um bis zu 30 Prozent.

Bäckermeister Plentz betreibt in Schwante (Oberhavel) ein 140 Jahre altes Familienunternehmen in vierter Generation. 150 Beschäftigte an sieben Standorten im Landkreis sorgen für frisches Backwerk. Bis zu 20 Familienmitglieder halten den Betrieb am Laufen. In diesem Jahr sollen bis zu 100 000 Dominosteine hergestellt werden - laut dem Geschäftsführer die beliebteste Weihnachtsleckerei der Bäckerei. Das Unternehmen habe gute Jahre erlebt, wofür die Familie dankbar sei, betonte Plentz. Die Situation der vergangenen Jahre sei genutzt worden, um in den Betrieb zu investieren, neue Vertriebswege zu suchen, um am Markt zu bleiben. Das könne nicht jeder Betrieb, die Branche stehe insgesamt vor großen Herausforderungen.

Quelle: dpa

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