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Berlin & BrandenburgExpo oder Olympia? Spitzenkandidaten uneins über Chancen

18.05.2026, 19:34 Uhr
Auf-Einladung-der-Dehoga-Berlin-lieferten-sich-die-Konkurrenten-ums-Rote-Rathaus-ausgiebige-Diskussionen

Olympia oder Expo - oder beides? Bei den Konkurrenten ums Rote Rathaus bei der Abgeordnetenhauswahl gibt es bei der Bewertung der Chancen, Standorte und Kosten viele Unterschiede.

Berlin (dpa/bb) - Beim Thema Berliner Bewerbung für die Weltausstellung Expo und für Olympische Spiele gehen die Ansichten der Spitzenkandidaten für die Abgeordnetenhauswahl durchaus auseinander. SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach will beides nach Berlin holen: "Ich trau' uns das auch zu", sagte er beim "Wahlcheck Live 2026", zu dem der Hotel- und Gastronomieverband (Dehoga) Berlin auf den Euref-Campus in Schöneberg eingeladen hatte.

Grünen-Fraktionschefin Bettina Jarasch, die mit Werner Graf im Duo für die Wahl antritt, ist auf jeden Fall dafür, bei der Bewerbung um die Expo noch eine Schippe draufzulegen: "Ich glaube, dass der Zug abgefahren ist für Olympia und dass wir eine Riesenchance versemmeln, wenn wir die Expo nicht nach Berlin holen. Wir müssen nur "hallo" sagen", erklärte sie. "Ich möchte die Expo hier haben."

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU), der sich im Juni zum Spitzenkandidaten wählen lassen will, widersprach da deutlich: Der Zug für Olympische und Paralympische Spiele in Berlin sei überhaupt noch nicht abgefahren. "Ich kann nur sagen, Berlin ist die Stadt mit der größten internationalen Strahlkraft", betonte Wegner mit Blick auf die innerdeutsche Konkurrenz von Hamburg bis zum Ruhrgebiet.

Sein Fazit: "ein klares Ja zu Olympia und auch ein klares Ja zur Expo in Schönefeld" mit Betonung auf Schönefeld. "Hier sind wir in Gesprächen mit Brandenburg", beteuerte er erneut.

Wegner gibt sich gelassen

Zeitlichen Druck sehe er nicht, schließlich gebe es für die Weltausstellung bisher noch keine Bewerbung einer anderen Stadt. Sein SPD-Konkurrent Krach konterte: "Warum müssen wir auf eine andere Stadt warten und dann erst loslegen?"

Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp erläuterte, warum ihre Partei die Expo nicht ablehnt, aber eindeutig gegen eine Bewerbung um Olympische Spiele ist: Die Linke sieht darin kein nachhaltiges Projekt, sondern eins, das viel Geld kostet, aber Berlin nicht wirklich profitiert. "Bei der Expo sind wir offen, wenn das Realisierungskonzept steht." Noch sei aber nicht klar, wie viele Steuergelder dafür notwendig wären.

FDP-Spitzenkandidat Christoph Meyers Einschätzung lautet: "klares Ja für beides", schloss sich allerdings der skeptischen Einschätzung der Grünen an: "Wir haben auch die Befürchtung, dass Berlin den Zug für Olympia verpasst hat." Bei der Weltausstellung Expo 2035 brachte er eine neue Variante ins Spiel: Er schlug vor, das Gelände des ehemaligen Flughafens in Tegel dafür zu nutzen - und eine zusätzliche Fläche in Brandenburg.

Quelle: dpa

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