Berlin & BrandenburgHackerangriff: Staatssekretär fordert mehr Abwehrmaßnahmen

Monatlich werden in Berlin 1,2 Millionen Hackerangriffe abgewehrt. Der jüngste Angriff löst Sorgen aus.
Berlin (dpa/bb) - Nach dem Hackerangriff auf das IT-Netz von zwei Berliner Senatsverwaltungen sind nach Einschätzung des Senats dringende weitere Schutzmaßnahmen nötig. "Wir müssen eine umfassende Ursachenanalyse vornehmen, es gibt strukturelle Defizite in der IT", sagte der Staatssekretär für Digitalisierung, Florian Hauer, im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. "Wir sind gefordert, diese so schnell wie möglich abzustellen und dafür auch notwendige Ressourcen zur Verfügung zu stellen."
Darüber müsse nach der Abgeordnetenhauswahl im September dann auch in den folgenden Koalitionsverhandlungen gesprochen werden. Monatlich würden in Berlin 1,2 Millionen Hackerangriffe abgewehrt, aber man könne sich nicht gegen jeden Angriff wehren. Der am 14. August entdeckte Angriff sei sehr professionell ausgeführt worden, betonte Hauer.
Senatsverwaltungen seit dem Wochenende zurück am Netz
Der eingerichtete Notfallstab tage noch immer täglich. "Es gibt keine weiteren Hinweise, dass es noch eine Infiltration gibt, aber das ist eine Momentaufnahme. Es gibt weiter Verdachtsmomente", so Hauer. Man scanne weiterhin das interne IT-Netz und gehe nach Analysen in die Tiefe und nun auch in die Fläche des Netzes. "Das IT-System des Landes ist sehr groß, wir sind überrascht wie groß."
Die beiden betroffenen Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung und Verkehr wurden am Wochenende wieder an das Internet angeschlossen. Nach dem Angriff am 14. August waren sie abgetrennt worden und damit vom Internet abgeschnitten, intern grundsätzlich aber arbeitsfähig.