Berlin & BrandenburgHunderte Waffen bei Kontrollen an Bahnhöfen entdeckt

Messer, Reizstoffe, Pyrotechnik: Die Bundespolizei zieht nach dem Mitführverbot an Bahnhöfen Bilanz. Im Zuge der Kontrollen wurden auch andere Straftaten und Verstöße aufgedeckt.
Berlin (dpa/bb) - Bei Kontrollen im Rahmen des Mitführverbots gefährlicher Gegenstände an Bahnhöfen hat die Bundespolizei mehr als 1.000 Gegenstände sichergestellt. In 318 Fällen sei gegen die Allgemeinverfügung, also das Verbot, gefährliche Gegenstände mit sich zu tragen, verstoßen worden, in 509 Fällen gegen das Waffengesetz beziehungsweise die in Berlin geltenden Waffen- und Messerverbotszonen, wie die Bundespolizei in einer Bilanz mitteilte. Insgesamt seien 17.318 Menschen kontrolliert und bei 905 Menschen Verstöße festgestellt worden.
Vom 20. März bis 26. Juli hatte ein Mitführverbot gefährlicher Gegenstände an ausgewählten Bahnhöfen in Berlin sowie am Potsdamer Hauptbahnhof gegolten, das über das Waffengesetz hinaus gefährliche Gegenstände wie Tierabwehrsprays und Schlaggegenstände verboten hatte.
Die Polizei beschlagnahmte 469 Messer, 280 Reizstoffe, 80 Hiebwaffen, 30 andere Waffen, 138 potenzielle Schlag- und Stichgegenstände sowie 14 Mal Pyrotechnik. Außerdem seien bei den Maßnahmen mehr als 1.800 weitere Straftaten wie Gewaltdelikte, Betäubungsmitteldelikte und Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz aufgedeckt worden. Es gab zudem mehr als 2.000 Fahndungstreffer und 211 offene Haftbefehle wurden vollstreckt.
Gewalttaten im Bahnbereich sind nach Angaben der Bundespolizei ein bedeutsames Kriminalitätsphänomen. Das Mitführverbot galt an den Bahnhöfen Hauptbahnhof, Zoologischer Garten, Friedrichstraße, Alexanderplatz, Gesundbrunnen, Spandau, Jungfernheide, Wedding, Ostbahnhof, Warschauer Straße, Ostkreuz, Lichtenberg, Neukölln, Hermannstraße, Südkreuz und am Potsdamer Hauptbahnhof.