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Berlin & BrandenburgKraftwerkspläne im Osten bedroht? Leag protestiert

08.05.2026, 13:40 Uhr
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Beschäftigte des Energiekonzerns Leag haben große Sorge, dass der Osten beim Bau neuer Gaskraftwerke abgehängt wird. Was steckt hinter dem Protest in der Lausitz?

Spremberg (dpa/bb) - Beschäftigte des Energiekonzerns Leag haben am Kraftwerkstandort Schwarze Pumpe in der Lausitz gegen Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums zum Bau neuer Gaskraftwerke protestiert. "Kein Blackout Ost" stand auf einem großen Transparent. Der Konzernbetriebsrat befürchtet, dass die ostdeutschen Reviere bei den Ausschreibungen für neue Gaskraftwerke benachteiligt werden und leer ausgehen.

Am Standort Schwarz Pumpe will die Leag ein neues Gaskraftwerk bauen. Nach Angaben des Unternehmens beteiligten sich etwa 200 Beschäftigte, darunter etliche Auszubildende, an der Protestkundgebung.

Ein Gesetzentwurf sieht vor, dass rund zwei Drittel neuer Kraftwerkskapazitäten in ersten Ausschreibungsrunden in den "netztechnischen Süden" gelenkt werden. Gemeint ist ein Gebiet, das Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland umfasst.

Leag will im Osten zwei Gastkraftwerke bauen

Leag-Vorstandschef Adi Roesch sagte der Deutschen Presse-Agentur jüngst, wenn es eine Priorisierung für zwei Drittel der ausgeschriebenen Kapazitäten im Süden und Westen gebe, müsse mindestens das verbleibende Drittel für den Norden und Osten reserviert werden. Seit zwei Jahren liefen bereits umfangreiche Vorbereitungen für den Bau zweier wasserstofffähiger Gaskraftwerke im Osten - an den Leag-Standorten Schwarze Pumpe in Brandenburg und Lippendorf in Sachsen.

Forderung nach "Chancengleichheit"

"Es ist megawichtig für die Zukunft der Industriearbeitsplätze", sagte die Vorsitzende des Leag-Konzernbetriebsrats, Silke Rudolf. Sie erwarte vom Bund "Chancengleichheit und Fairness". Der Betriebsrat hatte sich auch mit einem Schreiben an die Bundesregierung gewandt.

Energieregion wegen Kohleausstiegs im Umbau

Auch Landtagsabgeordnete, der Cottbuser Oberbürgermeister Tobias Schick (SPD) und die Spremberger Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) waren bei der Kundgebung dabei. Herntier ist Sprecherin der Lausitz-Runde, eines Zusammenschlusses von brandenburgischen und sächsischen Kommunen zur Gestaltung des Strukturwandels angesichts des Kohleausstiegs.

Das Ende der Kohleverstromung in der Lausitz ist gesetzlich bis spätestens 2038 beschlossen. Der Energiekonzern Leag steckt im Umbau und baut inzwischen große Solar- und Windparks.

Quelle: dpa

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