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Berlin & BrandenburgKriegsgedenken: Landtagspräsidentin ruft zu Zusammenhalt auf

08.05.2026, 13:12 Uhr
Bei-einer-Feierstunde-zum-Ende-des-Zweiten-Weltkrieges-haben-Brandenburgs-Landtagspraesidentin-Ulrike-Liedtke-Vize-Ministerpraesident-Jan-Redmann-und-die-Botschafterin-Kanadas-in-Deutschland-Vera-Alexander-an-den-8-Mai-1945-erinnert

81 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erinnert Brandenburg an die Befreiung vom Nationalsozialismus. Dabei schlagen führende Politiker auch den Bogen in die Gegenwart.

Potsdam (dpa/bb) - Mit einer Gedenkfeier im Landtag hat Brandenburg an das Ende des Zweiten Weltkriegs erinnert. Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke rief zum Miteinander als Mittel gegen Krieg auf. "Diktatoren, die ihr eigenes Grundgesetz ignorieren, die Friedensordnung der Welt zu sprengen suchen und populistisch die eigene Bevölkerung belügen, gehören nicht ins 21. Jahrhundert", sagte die SPD-Politikerin bei einer Feierstunde im Innenhof des Landtags. Sie rief dazu auf, Freundschaft und Zusammenhalt entgegenzuhalten. Die Befreiung habe Freiheit, Unabhängigkeit und Demokratie ermöglicht.

Innenminister: Nationalsozialismus wird noch immer geleugnet

Innenminister Jan Redmann (CDU) zeigte sich bestürzt, dass der Nationalsozialismus 81 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs "immer noch geleugnet, verharmlost und glorifiziert" werde. "Es ist unerträglich, wie offen das Erinnern von manchen infrage gestellt wird", sagte der stellvertretende Ministerpräsident. "Die Zahl antisemitischer und rechtsextremer Vorfälle in Brandenburg steigt seit Jahren an. Die jüngsten Angriffe auf die Synagoge in Cottbus sprechen eine traurige Sprache." Er betonte: "Hier werden die Lehren aus dem Nationalsozialismus geleugnet."

Mit der Kapitulation des Deutschen Reiches ging am 8. Mai 1945 der Zweite Weltkrieg in Europa zu Ende. Im Zuge des Holocaust wurden rund sechs Millionen Juden von den Nazis systematisch ermordet. Der 8. Mai wird in Brandenburg seit 2016 als Gedenktag begangen. Bei den Veranstaltungen sprechen traditionell Botschafter der ehemaligen alliierten Staaten und von Ländern, die durch den Krieg gelitten haben. In diesem Jahr war die Botschafterin Kanadas in Deutschland, Vera Alexander, zu Gast.

Kanadas Botschafterin: Kriegsende war Triumph über Hass

Alexander verwies auf die Verbundenheit der beiden Länder. Das Ende des Zweiten Weltkriegs sei nicht nur ein militärischer Sieg, sagte die Botschafterin. "Es war ein moralischer Sieg, es war der Triumph der Menschenwürde über den Hass, der Solidarität über den Terror und des unbeugsamen Willens freier Völker, der Tyrannei Widerstand zu leisten", sagte die Botschafterin. "Unsere Partnerschaft ist wichtiger denn je. Uns eint das Bekenntnis zur Demokratie, zur Herrschaft der Liebe und zur Würde jedes einzelnen Menschen."

Potsdams Oberbürgermeisterin Noosha Aubel sieht den Gedenktag als Auftrag. "Der 8. Mai mahnt uns, wachsam zu bleiben", sagte sie laut Mitteilung. Am Nachmittag stand eine Gedenkfeier auf dem Sowjetischen Ehrenfriedhof am Bassinplatz auf dem Programm.

Quelle: dpa

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