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Berlin & BrandenburgLachgas-Verbot: Senatorin setzt auch auf Prävention

09.04.2026, 11:45 Uhr
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Lachgas konnten Jugendliche bisher am Späti, Automaten oder im Internet kaufen. Damit ist bald Schluss – erledigt ist das Problem damit aber nicht, sagt Gesundheitssenatorin Ina Czyborra.

Berlin (dpa/bb) - Das neue Lachgas-Verkaufsverbot für Jugendliche ist für Berlins Gesundheitssenatorin Ina Czyborra "richtig und wichtig" – gesetzliche Vorgaben allein hält sie aber für unzureichend. "Um den Missbrauch von Lachgas durch Kinder und Jugendliche zu verhindern, braucht es zudem zielgerichtete, lebensnahe Präventionsmaßnahmen", teilte die SPD-Politikerin mit. "Dabei sind Schulen, Jugendzentren oder soziale Medien wichtige Kanäle, um über die Gefahren des Lachgaskonsums aufzuklären."

Junge Menschen, die bereits konsumierten, müssten einen niedrigschwelligen Zugang zu Hilfs- und Beratungsangeboten erhalten, so die Senatorin. So könnten Warnsignale frühzeitig erkannt und passgenaue Unterstützung gewährleistet werden.

Hohe Gesundheitsrisiken für Minderjährige

Minderjährige dürfen ab dem 12. April bundesweit kein Lachgas mehr erwerben oder besitzen. Generell verboten werden der Online-Handel mit Lachgas und der Kauf an Automaten. Als Treibmittel für Schlagsahne darf Lachgas weiterhin in Kartuschen unter acht Gramm für professionelle Anwendungen verwendet werden, wie die Gesundheitsverwaltung informiert.

Gerade für Minderjährige ist der Konsum von Lachgas mit hohen Gesundheitsrisiken verbunden – von Bewusstlosigkeit bis hin zu bleibenden Schäden des Nervensystems. Strikte Regeln kommen auch für die als K.-o.-Tropfen bekannten Chemikalien Gamma-Butyrolacton (GBL) und 1,4-Butandiol (BDO).

Explosionen in der Verbrennungsanlage

In Berlin führte die zunehmende Verbreitung von Lachgas zu ernsthaften Problemen bei der Müllentsorgung. Häufig landen die Kartuschen im Restmüll und explodieren während der Müllverbrennung, wie die Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) immer wieder berichten. Umso mehr begrüße sie das Verbot, teilte BSR-Vorstandsvorsitzende Stephanie Otto mit. "Lachgaskartuschen sind kein harmloser Restmüll – je weniger davon in Umlauf kommt, desto besser."

Quelle: dpa

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