Berlin & BrandenburgLandesregierung will Wohnraum für Studierende schaffen

Studierende müssen sich insbesondere in Potsdam auf einen harten Kampf am Wohnungsmarkt einstellen. Die Landesregierung will nun mehr Wohnheimplätze für sie schaffen und drückt aufs Tempo.
Potsdam (dpa/bb) - Brandenburgs Landesregierung will in den kommenden Jahren mehr Wohnraum für Studierende zur Verfügung stellen. Ziel sei es, in den nächsten Jahren 20 Prozent der Studierenden mit Wohnheimplätzen versorgen zu können, sagte Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD) in Potsdam. Landesweit liege die Versorgungsquote absehbar im Schnitt bei rund 19 Prozent, doch in der besonders von Wohnungsmangel betroffenen Landeshauptstadt Potsdam seien es mit etwa 12 Prozent deutlich weniger. Bundesweit liegt die Versorgungsquote bei rund zehn Prozent.
811 Wohnheimplätze in den kommenden Jahren
Schüle legte gemeinsam mit Brandenburgs Bauminister Robert Crumbach (SPD) den Grundstein für ein Wohnheim im Potsdamer Norden. 308 Studenten sollen hier Ende 2028 einziehen können. Hinzu kommen weitere Bauprojekte in Golm und in der Potsdamer Innenstadt. In den nächsten Jahren sollen so insgesamt 811 weitere Wohnheimplätze hinzukommen. Durch den Ausbau des Brauhausberges zu einem neuen Campus der Uni Potsdam dürften weitere Plätze entstehen, so Schüle.
Neue Wege beim Bau der Wohnheime
Crumbach betonte, dass die Verfahren beschleunigt werden müssten. Das Projekt im Potsdamer Nordern hatte bis zu Baubeginn eine Vorlaufzeit von über zehn Jahren. Dabei erschwerten vor allem steigende Baukosten die Planung. Mit dem Projekt in Potsdam Norden gehe man nun erstmals neue Wege, indem eine städtische Wohnungsgesellschaft den Bau maßgeblich übernehme. "Wenn wir nur Geld organisieren und lassen dann das Studierendenwerk bauen, werden wir immer abhängig davon sein, wie sich die Landesfinanzen gerade aufstellen", ergänzte Ministerin Schüle.
Die Vorhaben seien echte Meilensteine. "So viel ist in Potsdam noch nie zugebaut worden", sagte Schüle. "Das ist auch eine Entlastung für den normalen Wohnungsmarkt, in den die Studenten aktuell reindrücken." 79 Millionen sollen die drei Projekte in Potsdam kosten.