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Berlin & BrandenburgLandrat kritisiert Bahn: "Eine Zumutung für Pendler"

19.02.2026, 13:16 Uhr
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Bahn-Pendler aus dem Nordwesten Brandenburgs müssen weiter zittern: Die Streckensanierung Berlin-Hamburg verzögert sich. Landrat Reinhardt sieht die Bahn in der Pflicht, die Region nicht abzuhängen.

Neuruppin/Wittenberge (dpa/bb) - Der Landrat des Kreises Ostprignitz-Ruppin rechnet angesichts der Verzögerung bei der Bahn-Sanierung auf der Strecke Berlin-Hamburg mit einem Zeitverzug von rund zwei Monaten. Aus seiner Sicht werden die Züge frühstens zum Juli wieder rollen, wie Landrat Ralf Reinhardt (SPD) der Deutschen Presse-Agentur sagte. "Das ist für Berufspendler eine Zumutung."

Zweieinhalb Stunden Zugfahrt aus der Region im Nordwesten Brandenburgs nach Berlin - das sei kaum noch zu machen, sagte Reinhardt. "Da müssen Lebensplanungen umgestellt werden." Auch der Prignitzer Landrat dringt darauf, dass die Verzögerung im Interesse der Region und der Bahnkunden so kurz wie möglich ausfallen soll.

Die Bahn hatte am Montag bekanntgegeben, dass sie aufgrund des Winterwetters mit Frost und Schnee den Termin zur Fertigstellung der Streckensanierung Berlin-Hamburg Ende April nicht einhalten kann. Erst am 13. März will der bundeseigene Konzern mitteilen, wann auf der Strecke wieder Züge fahren können. Am Dienstag hieß es, es gehe um eine Verzögerung von "wenigen Wochen, nicht von Monaten".

Landrat: Bahn vernachlässigt Angebot in der Region

Landrat Reinhardt warf der Deutschen Bahn zudem vor, sie vernachlässige beim Zugangebot die Regionen in der Fläche. Es zählten nur Hochleistungsstrecken, die Regionalnetze hätten für die Bahn keine Bedeutung, kritisierte der SPD-Politiker.

Er fordere Bund, Land und die Bahn auf, "sich Gedanken darüber zu machen, wie Fahrgäste nach der Streckensperrung entschädigt und zurückgewonnen" werden könnten. Es brauche mehr Fernverkehrshalte in Wittenberge, aber auch stündliche Verbindungen in Richtung Schwerin im Regionalverkehr.

Quelle: dpa

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