Berlin & BrandenburgLandratswahl Spree-Neiße: CDU knapp vor AfD - Jusos warnen

Die AfD verpasst bei der Stichwahl im Kreis Spree-Neiße nur knapp den ersten Landratsposten in Brandenburg. CDU wie AfD werten ihre Ergebnisse als starkes Signal. Die SPD-Jugend ist besorgt.
Forst (dpa/bb) - Die Brandenburger Jusos sehen den knappen Sieg des CDU-Kandidaten Martin Heusler bei der Stichwahl der Landratswahl Spree-Neiße als Alarmsignal. "Wenn eine Partei, die in Brandenburg als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wird, in einem Landkreis fast die Hälfte der Stimmen holt, dann ist das ein massives Warnsignal für unser ganzes Land", sagte der Landeschef der SPD-Jugend, Leonel Richy Andicene.
Die CDU wertet den Sieg von Heusler als starkes Signal. "Diese Landratswahl war eine knappe Entscheidung, aber am Ende hat sich der starke und überzeugende Wahlkampf von Martin Heusler ausgezahlt", sagte CDU-Landeschef Jan Redmann der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist ein starkes Signal des Vertrauens."
AfD-Landeschef: "Wir wachsen von Wahl zu Wahl"
CDU-Kandidat Heusler kam nach dem vorläufigen Endergebnis auf 51,5 Prozent der Stimmen. Die AfD-Bewerberin Christine Beyer, die im ersten Wahldurchgang die meisten Stimmen bekommen hatte, erhielt 48,5 Prozent. Sie lag lange Zeit vorn, die Briefwahl drehte dies.
Auch AfD-Landeschef René Springer sprach von einem starken Signal. "Wir wachsen von Wahl zu Wahl." Das Ziel, den ersten Landratsposten in Brandenburg zu stellen, verfehlte die AfD. Es wäre der zweite AfD-Posten bundesweit gewesen. Der Verfassungsschutz in Brandenburg stuft die AfD als rechtsextremistisch ein.
Beyer holte in der AfD-Hochburg Spree-Neiße bei der Stichwahl 23.876 Stimmen. Das war das bisher beste Ergebnis bei einer Landratswahl in diesem Jahr für die AfD - absolut und prozentual. Im ersten Wahlgang waren es 21.688 Stimmen für Beyer.