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Berlin & Brandenburg Mann bei Familienstreit getötet: Angeklagter schweigt

Prozessakten liegen in einem Gerichtssaal. Foto: Thomas Frey/dpa/Symbolbild

(Foto: Thomas Frey/dpa/Symbolbild)

Berlin (dpa/bb) - Vor den Augen von mehreren Polizisten kam es zum Messerangriff: Knapp sieben Monate nach dem gewaltsamen Tod eines 31 Jahre alten Mannes hat am Berliner Landgericht der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder begonnen. Der 38-Jährige soll das Opfer in einem Familienstreit auf offener Straße niedergestochen haben. Polizeikräfte hätten den 31-Jährigen gerade wegen einer vorherigen Auseinandersetzung befragen wollen, als es zu dem Angriff kam. Der Verteidiger erklärte zu Prozessbeginn am Dienstag, der Angeklagte werde sich vorläufig nicht äußern.

Laut Ermittlungen war es bei dem Geschehen im Juni 2021 in der Badstraße im Stadtteil Wedding zunächst zu einer Rangelei zwischen zwei Brüdern des Angeklagten und dem 31-Jährigen gekommen. Die Familien der Männer seien verschwägert, hieß es am Rande der Verhandlung. Im Vorfeld der Tat habe es monatelange Streitereien gegeben. Hintergrund sei die Einwilligung in eine Scheidung gewesen. "Es geht um Kinder und Scheidungsfolgen, es hatte sich wohl über Wochen aufgeheizt", sagte ein Anwalt der Nebenklage.

Der 38-Jährige, dessen Staatsangehörigkeit ungeklärt ist, soll die Begegnung zwischen seinen Brüdern und dem 31-Jährigen beobachtet haben. Während Polizisten mit dem 31-Jährigen sprachen, habe der Angeklagte unvermittelt mehrfach und mit großer Wucht auf den Mann eingestochen, so die Staatsanwaltschaft. Ein Polizeibeamter sagte im Prozess: "Das war so schnell, da hätte keiner reagieren können." Der Angreifer sei plötzlich von hinten gekommen. Der 31-Jährige war kurze Zeit später in einem Krankenhaus gestorben.

Der Angeklagte soll nach seiner Festnahme erklärt haben, er habe den Mann durch einen Stich in den Arm oder die Schulter verletzen, aber nicht töten wollen. Aus Versehen habe er in den Hals getroffen. Das Opfer habe ihn und seine gesamte Familie wiederholt beleidigt und bedroht. Der Prozess wird am 11. Januar fortgesetzt.

© dpa-infocom, dpa:220103-99-578302/4

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