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Berlin & BrandenburgMehr Zwangsräumungen befürchtet - Checklisten sollen helfen

20.05.2026, 05:46 Uhr
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Wie reagieren bei einer Räumungsklage und wenn der Verlust der Wohnung droht? Wohlfahrtverbände sehen eine Verschärfung der Lage in Brandenburg. Auch Checklisten sollen Betroffenen helfen.

Potsdam (dpa/bb) - Angesichts gestiegener Miet- und Energiekosten befürchten Wohlfahrtsverbände in Brandenburg eine Zunahme drohender Zwangsräumungen. Es sei eine Verschärfung der Situation zu befürchten, teilte die Liga der Freien Wohlfahrtspflege mit. Beratungsangebote zum Thema Wohnungsnot verzeichneten eine gestiegene Nachfrage, die sich nicht mehr auf den Berliner Speckgürtel beschränke, sondern zunehmend auch ländliche Regionen betreffe.

Wohlfahrtspflege: Rund 1.000 Zwangsräumungen

Jährlich verlieren bis zu 1.000 Menschen in Brandenburg durch Zwangsräumungen ihre Wohnung, wie die Liga als Zusammenschluss der Wohlfahrtsverbände angibt. 2024 seien 803 vollstreckt worden. Neuere Zahlen gibt es der Organisation zufolge nicht.

Es gebe aber weitaus mehr Fälle, in denen der Verlust der Wohnung etwa wegen Mietschulden angedroht werde, hieß es. Betroffen seien vor allem Familien, Alleinerziehende und Rentnerinnen und Rentner.

Broschüre für jeden Landkreis erstellt

Für jeden Landkreis in Brandenburg haben die Wohlfahrtsverbände nun mit Unterstützung des Sozialministeriums eine online verfügbare Informationsbroschüre zusammengestellt. Sie soll Betroffenen in einfacher Sprache frühzeitig Wege aufzeigen, um etwa eine Kündigung der Wohnung und eine Räumungsklage abzuwenden. Wichtige Adressen und Kontakte in den jeweiligen Regionen sind genannt.

Checklisten sollen helfen

Mit Checklisten sollen Betroffene Tipps bekommen, wie sie reagieren können und welche Fristen gelten. Darin heißt es unter anderem, es sei wichtig, schriftlich auf eine Räumungsklage zu reagieren, und es solle um Zahlungsaufschub gebeten werden.

Eine Zwangsräumung ist ein gerichtlich angeordnetes Verfahren, bei dem ein Gerichtsvollzieher eine Wohnung räumt, wenn der Bewohner dies nicht freiwillig tut. Meist ist dann ein Gerichtsvollzieher im Einsatz.

Die Verbände fordern, das Land Brandenburg solle eine Strategie gegen Wohnungslosigkeit auflegen. Zwangsräumungen sollten auch nur dann erfolgen, wenn Ersatzwohnraum für die betroffenen Menschen zur Verfügung gestellt werde. Eine Bundes-Statistik hatte laut der Liga der Freien Wohlfahrtspflege zum Stichtag Ende Januar 2024 insgesamt 4.095 untergebrachte wohnungslose Personen in Brandenburg ausgewiesen.

Quelle: dpa

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