Berlin & BrandenburgMehrtägiger Streik an Kliniken von Vivantes beginnt

Klinik-Beschäftigte bei Vivantes sind aufgerufen, in Bereichen wie der Reinigung und Logistik die Arbeit niederzulegen. Welche Auswirkungen der Streik für Patienten und Besucher haben kann.
Berlin (dpa/bb) - An Vivantes-Kliniken in Berlin sind Beschäftigte seit den frühen Morgenstunden in einen mehrtägigen Streik getreten. Die Gewerkschaft Verdi rief Angestellte aus Gastronomie, Logistik, Reinigung und anderen Bereichen der Vivantes-Tochterunternehmen auf, ihre Arbeit ruhen zu lassen. Ärzte und Pflegefachkräfte zählen nicht dazu.
Der Streik habe "mit der frühsten Frühschicht" begonnen, sagte Verdi-Verhandlungsführer Ben Brusniak. Der Streik-Aufruf gilt bis zum Ende der Nachtschicht am Samstagmorgen. Im Rahmen des Streiks ist heute für 9.00 Uhr eine Kundgebung vor dem Urban Krankenhaus mit anschließender Demonstration durch Kreuzberg geplant. Am Donnerstag soll es eine Kundgebung vor der CDU-Landeszentrale geben.
Auswirkungen auf planbare OPs oder Bistros möglich
Es könne sein, dass planbare Operationen oder Reha-Behandlungen zum Teil verschoben werden müssten, sagte ein Vivantes-Sprecher. Betroffene würden dann benachrichtigt. Zudem gehe Vivantes davon aus, dass die Bistros geschlossen blieben. Patienten bekämen aber in jedem Fall ihr Essen. Die Rettungsstellen sollen offen bleiben.
Für einige Bereiche gelten Notdienstvereinbarungen, etwa für die Wäscheversorgung und die Logistik. Für den Bereich der Zentralsterilisation, wo Beschäftigte unter anderem für die Reinigung von Operationsinstrumenten zuständig sind, hat das Arbeitsgericht nach Streit von Verdi und Vivantes vor einigen Wochen Pläne für die Notdienste festgelegt. Daran werde sich gehalten, auch wenn die Gewerkschaft die festgelegten Zahlen als zu hoch erachte, hieß es von Verdi.
Nächste Verhandlungsrunde am Donnerstag
Die Verhandlungen laufen seit Januar. Die nächste Verhandlungsrunde ist für Donnerstag vorgesehen. Bei einer Urabstimmung im März hatten nach Angaben der Gewerkschaft 98,2 Prozent der Verdi-Mitglieder für einen Streik gestimmt. Der letzte Warnstreik fand Ende März statt.
Bei den Vivantes-Tochterunternehmen arbeiten rund 2.200 Beschäftigte. Verdi fordert für sie einen Tarifvertrag, bei dem die Regelungen des Tarifvertrags für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in Krankenhäusern (TVÖD-K) eins zu eins auf die Vivantes-Beschäftigten übertragen werden.