Regionalnachrichten

Berlin & BrandenburgMordprozess gegen Palliativarzt – Plädoyers beginnen

02.07.2026, 11:24 Uhr
Der-Mordprozess-gegen-einen-Palliativarzt-geht-in-die-Schlussphase
(Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa)

Ein Mediziner soll immer wieder schwer kranke Patienten getötet haben. Vor Gericht gibt er nach monatelangem Schweigen überraschend zwölf Taten zu. Wie bewertet die Staatsanwaltschaft das Geständnis?

Berlin (dpa/bb) - Im Mordprozess gegen einen Palliativarzt in Berlin ist nach fast einem Jahr Verhandlung die Beweisaufnahme abgeschlossen. Damit können die Plädoyers beginnen. Zunächst wird Staatsanwalt Philipp Meyhöfer vor dem Landgericht mit seinem Schlussvortrag beginnen.

Die Anklage wirft dem 41 Jahre alten Angeklagten Mord in 15 Fällen im Zeitraum von September 2021 bis Juli 2024 vor. Der Palliativarzt habe sich als "Herr über Leben und Tod" geriert, so der Vorwurf. Der deutsche Arzt habe zwölf Frauen und drei Männern jeweils ein tödliches Gemisch verschiedener Medikamente verabreicht. Mehrmals habe er Feuer gelegt, um Spuren zu vertuschen.

Gutachten: Arzt voll schuldfähig

Der Arzt hatte vor einer Woche nach monatelangem Schweigen überraschend gestanden, zwölf schwer kranke Patientinnen und Patienten bei Hausbesuchen getötet zu haben. Er habe sich eingeredet, das Richtige zu tun und Patienten "Leid und Siechtum" zu ersparen, hieß es in seiner Erklärung. Nach einem psychiatrischen Gutachten ist der 41-Jährige voll schuldfähig.

Der Angeklagte wurde Anfang August 2024 verhaftet und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Der Palliativmediziner steht im Verdacht, weitere Patienten getötet zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt parallel zum Prozess nach eigenen Angaben in 76 weiteren Fällen.

Quelle: dpa

Regionales