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Berlin & BrandenburgPlatz vor dem Parlament trägt Margot Friedländers Namen

07.05.2026, 10:54 Uhr
Der-Platz-vor-dem-Abgeordnetenhaus-ist-nach-Margot-Friedlaender-benannt-worden
(Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa)

Der Platz vor dem Berliner Landesparlament hat einen Namen bekommen. Er erinnert an die Berliner Ehrenbürgerin und Holocaust-Überlebende Margot Friedländer.

Berlin (dpa/bb) - Der Platz direkt vor dem Berliner Abgeordnetenhaus trägt ab sofort den Namen der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer (1921-2025). Am Vormittag wurde das Schild mit ihrem Namen offiziell enthüllt.

"Wir ehren damit eine große Berlinerin und einen Menschen, dessen Leben uns zu dauerhaftem Erinnern verpflichtet", sagte Parlamentspräsidentin Cornelia Seibeld (CDU) bei der Feierstunde aus diesem Anlass im Plenarsaal.

Seibeld erinnerte daran, dass Friedländer nach der Befreiung aus dem Konzentrationslager Theresienstadt zunächst in die USA gegangen war, 2010 aber zurück nach Berlin kam. "Ihre Mission war klar, für die zu sprechen, die nicht mehr sprechen konnten. Sie tat das unermüdlich, vor allem für junge Menschen", sagte Seibeld. "Mit großer Klarheit und leiser Stimme erzählte sie, was geschehen war." Immer wieder habe sie in Schulen aus ihrer Autobiografie vorgelesen.

Den Platz vor dem Abgeordnetenhaus nach ihr zu benennen, sei eine dauerhafte Mahnung. "Sie hat uns etwas mitgegeben: den Auftrag hinzusehen und Verantwortung zu übernehmen."

Wegner würdigt Friedländer

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sagte, Margot Friedländer sei der Beweis dafür, dass Menschlichkeit über Unmenschlichkeit siegen könne. Ihre Zuversicht sei bewundernswert gewesen.

"Margot Friedländer hielt den Blick stets auf das Gute gerichtet. Sie vertraute auf Humanität und Toleranz", sagte der CDU-Politiker. Aber sie habe auch die Gefahren für die Demokratie gesehen und den wachsenden Antisemitismus. "Deshalb ist es unsere Pflicht, Margot Friedländers aufklärerisches Wirken mit ganzer Kraft fortzusetzen."

Die Idee, den Platz vor dem Landesparlament nach Margot Friedländer zu benennen, geht auf Parlamentspräsidentin Seibeld zurück. Zuvor waren verschiedene Alternativen öffentlich diskutiert worden.

Mit 88 Jahren zurück nach Berlin

Wie im Spätherbst von Wegner und Seibeld angekündigt erinnert der Platz bereits zum ersten Todestag an die Berliner Ehrenbürgerin. Sie war am 9. Mai 2025 im Alter von 103 Jahren gestorben.

Friedländer stammte aus einer jüdischen Familie in Berlin. Von den Nationalsozialisten wurde sie ins Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt. Nach der Befreiung 1945 ging sie mit ihrem Mann in die USA. Erst mit 88 Jahren zog sie zurück in die deutsche Hauptstadt. Beigesetzt ist sie auf dem jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee.

Quelle: dpa

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