Berlin & BrandenburgProtesttag bei Apotheken - Tausende bei Kundgebung

Zahlreiche Apotheken öffnen für einen Tag nicht für die Patientinnen und Patienten. In der Hauptstadt sind zudem viele Menschen auf die Straße gegangen.
Berlin/Potsdam (dpa/bb) - Tausende Menschen haben in Berlin im Zuge eines bundesweiten Apotheken-Protesttages demonstriert. Rund 6.000 Apothekerinnen und Apotheker sowie pharmazeutische Angestellte und Assistenten nahmen an der Kundgebung in der Hauptstadt teil, wie der Apotheker-Verband Berlin mitteilte.
Nach Angaben der Berliner Polizei wurden gegen 14.00 Uhr bei der Veranstaltung rund 3.000 Teilnehmer gezählt. Für den Protestzug, bei dem viele weiße Kittel zu sehen waren, kamen Teilnehmer aus Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zusammen. Die Abschlusskundgebung fand vor dem Roten Rathaus statt.
Zu dem Protesttag hatte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände aufgerufen. Die Branche will damit weiter Druck für eine seit Jahren ausgebliebene Honoraranhebung machen.
Eintägige Schließung
Im Rahmen des Protests kam es am Montag zudem zu bundesweiten eintägigen Apothekenschließungen. In Berlin blieben rund 80 Prozent der Apotheken dicht, wie ein Sprecher des Berliner Apotheker-Vereins sagte. Die Versorgung mit Medikamenten sei durch die Notdienstapotheken gewährleistet.
"In Deutschland schließt jeden Tag mindestens eine Apotheke", sagte Anke Rüdinger, Vorsitzende des Apotheker-Verbands Berlin. "Jeden Tag eine Apotheke weniger bedeutet längere Wege, längere Wartezeiten, schlechtere Arzneimittelversorgung und das nicht nur auf dem Land, sondern sehr wohl auch in der Stadt." In den vergangenen zehn Jahren habe Berlin jede fünfte Apotheke verloren.