Hamburg & Schleswig-HolsteinWieder mehr Ansiedlungen von Unternehmen im Norden

Schleswig-Holstein umwirbt Unternehmen, ins nördlichste Bundesland zu kommen. Im vergangenen Jahr mit etwas größerem Erfolg als 2024. Die Zahl bleibt aber weiter unterdurchschnittlich.
Kiel (dpa/lno) - Nach einem Einbruch im Vorjahr haben sich 2025 wieder mehr Unternehmen in Schleswig-Holstein angesiedelt. 96 Firmen kündigten entsprechende Investitionen an und planen mit 1.210 neuen Arbeitsplätzen, wie Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) bei der Vorstellung der Ansiedlungsbilanz der Wirtschaftsförderungs- und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WT.SH) sagte.
2024 waren es 73 Unternehmen und 577 Arbeitsplätze. 3.000 bei dem in die Insolvenz geratenen Batteriehersteller Northvolt geplante Arbeitsplätze wurden aus der Statistik für 2024 wieder herausgenommen.
Die meisten Neuansiedlungen im vergangenen Jahrzehnt gab es 2016 mit 154 Unternehmen. Den größten Zuwachs an Arbeitsplätzen bei Neuansiedlungen gab es 2019 mit 3.408.
Madsen sieht Schleswig-Holstein auf dem richtigen Weg
Der Wirtschaftsminister sprach von sehr schwierigen Rahmenbedingungen in Deutschland. "Es jagt quasi eine Krise die nächste." Die wieder steigenden Zahlen zeigen nach seiner Überzeugung aber, dass Schleswig-Holstein auf dem richtigen Weg sei. Ein gutes Argument sei die erneuerbare Energie im Land. Er gehe davon aus, dass in den nächsten Jahren viele Unternehmen kommen werden, "weil sie erkennen, dass wir hier neben Energie Fläche haben".
Die meisten Neuansiedlungen 2025 entfallen auf den Dienstleistungssektor. Bei den geplanten Arbeitsplätzen liegen Dienstleistungen und Produktion jedoch nahe beieinander. 74 Unternehmen planen mit bis zu zehn Beschäftigten, sieben Firmen mit mehr als 50.
Die größte Zahl der Ansiedlungen (33) kommt aus Gewerbe- und Technologiezentren heraus. In 21 Fällen sind es Existenzgründungen, in 14 Fällen Neugründungen. Zwölf Unternehmen kommen aus Hamburg, elf aus dem übrigen Bundesgebiet und fünf aus dem Ausland.
Neue Batterieproduktion in Kiel
Als Beispiele nannte die WT.SH das Unternehmen fuljoyment, das im Kreis Stormarn einen neuen Standort für Logistik und Geschäftszentrale mit 166 Arbeitsplätzen betreiben will sowie das Unternehmen UniverCell, das in Kiel eine Batterieproduktion aufbaut.
In Lübeck bündelt das Medizin- und Sicherheitstechnikunternehmen Dräger seine Logistik an einem neuen Standort, den der Entwickler Panattoni gebaut hat. "In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist jede Investitionsentscheidung ein starkes Signal für unseren Standort", betonte die WT.SH-Geschäftsführerin Ulrike Wielatt.