Berlin & BrandenburgRaupen-Gefahr: Viele Gewässer in Unterspreewald gesperrt

Dieses Jahr gibt es besonders viele Raupen des Eichenprozessionsspinners. Mehrere Gewässer im Unterspreewald werden deshalb jetzt gesperrt. Was Touristen jetzt wissen müssen.
Potsdam (dpa/bb) - Wegen eines massiven Befalls durch den Eichenprozessionsspinner können auf gut der Hälfte der Gewässer im Unterspreewald ab sofort keine Boote mehr fahren. Ziel der Sperrungen ist es, Besucherinnen und Besucher vor den gefährlichen Brennhaaren der Raupen zu schützen, wie das Brandenburger Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung mitteile.
Hinzu komme, dass wegen des Befalls derzeit wichtige Verkehrssicherungsarbeiten entlang der Gewässer nicht möglich seien und deshalb Gefahren durch Äste und umsturzgefährdete Bäume drohten, teilte Infrastrukturminister Robert Crumbach (SPD) mit. Grundlage für die Anordnung ist ein Antrag des Landesamtes für Umwelt.
Folgende Gewässer können den Angaben nach bis auf weiteres nicht befahren werden:
Dresslerstrom
Krausnicker Strom (Abschnitt Puhlstrom - Krausnicker Wehr)
Krügerstrom
Pfahlspree
Puhlstrom (Spree - Abzweig Krausnicker Strom)
Puhlstrom (ab Quasspree bis Unteres Puhlstromwehr)
Schiwanstrom
"Schnelle Katrin" (Zernias - Schiwanstrom)
Schulzkastrom (Spree - Krausnicker Strom)
Wasserburger Spree (Laubengang bis Wawi-Anlage Groß Wasserburg)
Wasserburger Spree (Hauptspree - Kopelna / Schulzkastrom)
Die Dauer der Sperrung ist unklar
Wie lange die Gewässer gesperrt blieben, hänge von der weiteren Entwicklung des Befalls ab. "Touristinnen und Touristen werden gebeten, die Sperrungen strikt zu beachten, alternative Routen zu nutzen und Hinweise der örtlichen Anbieter, der Biosphärenreservatsverwaltung sowie der Landkreise zu beachten", so das Ministerium.
Auf nicht betroffenen Gewässern seien Bootstouren und insbesondere auch Kanutouren weiter möglich. Trotzdem sollten Menschen auch in diesen Gebieten vorsichtig sein, da weitere Bäume befallen sein könnten.
Die kleinen Brennhaare der Raupen enthalten ein Nesselgift. Bei einem Kontakt kann es zu Hautreizungen, starkem Juckreiz und Quaddeln kommen. Auch Augenreizungen, Husten oder asthmaartige Beschwerden sind möglich, wenn Menschen oder Tiere mit den Brennhaaren in Berührung kommen.