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Berlin & BrandenburgScanner und Spürhunde: rund 2,8 Kilo Drogen in Haft gefunden

03.07.2026, 15:07 Uhr
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Künstliche Cannabinoide, Kokain, Schmerzmittel: In Berliner Gefängnissen werden immer wieder Drogen entdeckt, obwohl der Besitz streng verboten ist. Was unternimmt die Justiz?

Berlin (dpa/bb) - In Berliner Gefängnissen werden immer mehr synthetische Cannabinoide gefunden. Dabei handelt es sich um künstlich hergestellte psychoaktive Stoffe, die ähnlich wie Cannabis - also Marihuana und Haschisch - wirken, aber oft deutlich gefährlicher sind. "Den Vollzug stellt das vor große Herausforderungen", erklärt Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU). Durch solche Drogen können Häftlinge deutlich aggressiver reagieren - was für Bedienstete und Mitgefangene gefährlich werden kann.

Im ersten Quartal des laufenden Jahres wurden laut Senatsjustizverwaltung mehr als 1,8 Kilogramm synthetische Cannabinoide gefunden - weitaus mehr als andere Cannabinoide (831,95 Gramm), wozu nach Justizangaben Marihuana und Haschisch zählen. Allerdings bildet das festgestellte Gewicht der synthetischen Stoffe nicht die reine Substanzmenge ab: Häufig werden die Drogen auf Papier geträufelt, was dann ins Gewicht einfließt.

Mehr als 2,8 Kilogramm Drogen

Insgesamt wurden in Berliner Gefängnissen im ersten Quartal 2026 mehr als 2,8 Kilogramm Rauschgift entdeckt, wie die Justizverwaltung auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Dazu gehörten 89 Gramm Kokain und 1,22 Gramm Heroin sowie 34,15 Gramm des Schmerzmittels Buprenorphin und 23,52 Gramm Tilidin, ebenfalls ein Schmerzmittel. Weiter fanden die Justizbeamten bei den Gefangenen 10,40 Gramm aufputschende Amphetamine.

Deutlich mehr Rauschgift gefunden

Im gesamten Jahr 2025 wurden in den Berliner Gefängnissen mehr als 11,3 Kilogramm Drogen sichergestellt, im Jahr zuvor waren es etwa 14,7 Kilogramm. Im Jahr 2020 waren es dagegen erst knapp 8,5 Kilogramm gewesen.

Unbekannt ist, ob die steigenden Zahlen darauf zurückzuführen sind, dass mehr Rauschgift in die Haftanstalten eingeschmuggelt und dort in Umlauf gebracht wird - oder ob mehr, besser und erfolgreicher gesucht wird und die Zahlen deswegen steigen.

Drogenscanner und Spürhunde

Die Justiz hat ihre Maßnahmen verstärkt. So werden justizeigene Spürhunde bei der Suche in den Gefängnissen eingesetzt. Derzeit sind es nach Justizangaben vier, in Kürze sollen der Staffel aber wie geplant sechs Hunde angehören.

Zudem gibt es spezielle Geräte zur Erkennung von Spuren von Drogen. Vier solcher Geräte gibt es laut Abteilungsleiterin Susanne Gerlach, die in Berlin für den Justizvollzug zuständig ist, derzeit im Land. Ein Drogenscanner wird etwa in der Justizvollzugsanstalt Heidering genutzt, wo in den ersten drei Monaten des Jahres rund 570 Gramm Drogen gefunden wurden (Gesamtjahr 2025: knapp 2,5 Kilo). Die Geräte werden innerhalb der Gefängnisse ausgeliehen, wie es hieß.

Angaben zu den Kosten machte Gerlach nicht mit Verweis auf eine Kooperation mit dem Land Rheinland-Pfalz, von wo die Drogenscanner ausgeliehen werden. Dort würden auch alle Funde in einer zentralen Datenbank erfasst, die alle Bundesländer nutzen könnten.

Neben Drogen finden die Justizbeamtinnen und -beamten bei Kontrollen auch immer wieder Handys, Ladekabel, Sim-Karten und vereinzelt E-Zigaretten, Shishas, Tätowiergeräte und Stichwerkzeuge.

Deutlich mehr Angriffe auf Beschäftigte

Die Beschäftigten sind dabei tagtäglich mitunter kritischen Situationen ausgesetzt. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Justizverwaltung 69 Angriffe von Gefangenen auf die Bediensteten, die meisten davon im Gefängnis Plötzensee (30). Im Jahr zuvor wurden insgesamt 45 Angriffe registriert. Gewalt unter Häftlingen wurde im vergangenen Jahr in 281 Fällen erfasst - was dem Niveau von 2024 entsprach (282 Fälle).

In Berlin gibt es an 13 Standorten insgesamt sieben Haftanstalten und eine Jugendarrestanstalt mit zusammen 4.175 Plätzen. Im vergangenen Jahr saßen in der Hauptstadt nach Justizangaben knapp 8.670 Menschen hinter Gittern. In den Gefängnissen arbeiten etwa 2.770 Menschen.

Quelle: dpa

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