Regionalnachrichten

Berlin & Brandenburg Senat und Abgeordnete feiern 100 Jahre Berlin als Metropole

Ralf Wieland (SPD), Präsident des Abgeordnetenhauses Berlin, spricht bei einer Sitzung. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

(Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild)

Berlin (dpa/bb) - Mit einer Feierstunde haben Senat und Abgeordnetenhaus am Donnerstag an das Inkrafttreten des Gesetzes erinnert, mit dem Berlin vor 100 Jahren zur Metropole wurde. Der Präsident des Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland, erinnerte an die schwierigen Verhandlungen, die dem Gesetz in der Zeit kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs vorausgingen. Die eingemeindeten Städte seien nicht begeistert gewesen, in einem Groß-Berlin aufzugehen. Gegen die Idee gab es bis zuletzt erhebliche Widerstände.

Berlins Regierender Bürgermeister sagte, es sei ein langer und steiniger Weg mit vielen Hürden und Grabenkämpfen gewesen, aber einer, der sich gelohnt habe. Er nannte das Gesetz einen Schlüsselmoment Berliner Stadtgeschichte und den Startschuss für die Metropolenbildung. Es sei eine Mammutaufgabe gewesen, im neuen Groß-Berlin Verwaltung, Soziales, Gas- und Wasserversorgung, Gesundheitswesen in Einklang zu bringen. Von den Weichenstellungen damals profitiere Berlin noch heute.

"Berlin hat sich damals entschieden, einen deutlichen Schritt voranzugehen", sagte Müller. Auch heute sei es wichtig, Herausforderungen als Chance zu begreifen. "Berlin muss eine Stadt der Freiheit bleiben", forderte er. Sie müsse wie damals auf Innovation und Fortschritt setzen und heute in globalen Netzwerken den Austausch mit den Metropolen der Welt suchen.

Großstadt war Berlin im Kaiserreich schon lange und hatte 1905 erstmals mehr als zwei Millionen Einwohner. Mit dem sogenannten Groß-Berlin-Gesetz, das bereits am 27. April 1920 mit knapper Mehrheit beschlossen wurde und am 1. Oktober in Kraft trat, wurden in die Stadt Berlin dann acht Stadtgemeinden, 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirke eingemeindet.

Die Bevölkerungszahl stieg auf 3,8 Millionen, fast doppelt so viele wie zuvor. Nach London und New York war Berlin damals die drittgrößte Stadt der Welt. Die Stadtfläche wuchs um das 13-fache, mit Blick darauf war Berlin nach Los Angeles sogar weltweit die Nummer zwei.

Newsticker