Berlin & BrandenburgTest zu Nato-Ernstfall: Senatsverwaltung und Kliniken dabei

Die Bundeswehr trainiert einige Tage die Versorgung Verwundeter im Bündnisfall. Auch zivile Partner aus Berlin beteiligen sich bei der "Medic Quadriga".
Berlin (dpa/bb) - Der Sanitätsdienst der Bundeswehr probt die Rettungskette und Versorgung verwundeter Soldaten im Falle eines Nato-Bündnisfalls - als Partner mit dabei sind neben der Berliner Senatsgesundheitsverwaltung unter anderem auch vier Berliner Krankenhäuser. "Unsere Teilnahme an der Medic Quadriga ist ein weiterer Meilenstein in der systematischen Vorbereitung auf Not- und Krisenlagen", sagte Gesundheitssenatorin Ina Czyborra. "Dazu zählen auch hybride Krisen oder mögliche militärische Lagen".
An der Übung an den Kernübungstagen von Mittwoch bis Samstag (4. März bis 7. März) am Flughafen Berlin Brandenburg nehmen demnach die Charité – Universitätsmedizin Berlin Campus Benjamin Franklin, das Unfallkrankenhaus Berlin, das Vivantes Klinikum Neukölln sowie das Bundeswehrkrankenhaus teil.
Nach Angaben der Bundeswehr ist die "Medic Quadriga 2026 die größte und komplexeste Übung des Sanitätsdienstes seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine". Mehr als 1.000 Soldatinnen und Soldaten sowie rund 250 zivile Übungsteilnehmer von Bund, Ländern und nicht staatlichen Organisationen seien dabei. "Erstmals werden im großen Stil der Patiententransport nach Deutschland und die dortige weitere Patientenversorgung trainiert – und damit auch die letzten Glieder der Rettungskette."
Berliner Krankenhäuser mit Schlüsselrolle
"Die veränderte Gefährdungslage zwingt uns dazu, die zivile Verteidigung noch stärker in den Blick zu nehmen", sagte Czyborra weiter. "Verschiedene Szenarien zeigen, dass Berlins Krankenhäuser hier eine Schlüsselrolle übernehmen werden."
Damit die medizinische Versorgung in den Krankenhäusern im Regelbetrieb möglichst nicht beeinträchtigt werde, liege für die Senatsgesundheitsverwaltung der Schwerpunkt bei dem Test bei der Vorbereitung und Koordination der Patientenverlegung.
Die Senatsgesundheitsverwaltung betonte zudem, dass die Übung keinen Einfluss auf die notfallmedizinische stationäre Regelversorgung in der Hauptstadt haben. Die beteiligten Kliniken seien rechtzeitig informiert und eingebunden worden.