Hamburg & Schleswig-HolsteinSammlung Horn bleibt dauerhaft auf Schloss Gottorf

Zu der Sammlung zählen Werke vieler namhafter Expressionisten. Ab Juli sind diese wieder auf Schloss Gottorf zu sehen. Und: Die Sammlerin Bettina Horn überbrachte eine weitreichende Neuigkeit.
Schleswig (dpa/lno) - Dauerhafte Heimat für Werke etwa von Emil Nolde, Ernst Barlach und der Künstlergruppe "Brücke": Die Kunstsammlerin und Stifterin Bettina Horn will ihre bedeutende Sammlung mit mehr als 500 Kunstwerken dem Land Schleswig-Holstein schenken. Die Sammlung habe hier eine wunderbare Heimat, sagte die in Berlin lebende Mäzenin Horn anlässlich des Besuchs von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) auf Schloss Gottorf in Schleswig. Eine Schenkung entspreche dem Willen ihres verstorbenen Mannes und gebe dem Museum zudem Planungssicherheit.
Der Ministerpräsident bedankte sich bei Horn. Es sei ein großartiger Tag für die Kunst, die Kultur in Schleswig-Holstein. "Dass Sie uns alle für immer an diesem Lebenswerk teilhaben lassen, macht mich sehr dankbar und stolz. Sie vermachen uns mit dieser großartigen Sammlung einen einzigartigen Schatz", sagte Günther. Das sei beileibe keine Selbstverständlichkeit.
Der leitende Direktor der Landesmuseen, Thorsten Sadowsky, wertete die avisierte Schenkung als einen enorm wichtigen Meilenstein in der Geschichte der Landesmuseen. "Der dauerhafte Verbleib der renommierten Sammlung Horn in Schleswig bedeutet eine substanzielle Stärkung der Landesmuseen im Bereich der klassischen Moderne und sichert der Gottorfer Museumsinsel den Status als bedeutendem Zentrum des deutschen Expressionismus."
Seit 1988 Teile der Sammlung auf Gottorf
1988 ließ der 1912 in Kiel geborene Rolf Horn Teile seiner Expressionismus-Sammlung zum ersten Mal auf Schloss Gottorf ausstellen, 1995 erhielt die Sammlung Rolf und Bettina Horn in der Galerie der Klassischen Moderne ihren festen Platz. Die Sammlung umfasst unter anderem Werke der drei großen norddeutschen Expressionisten Christian Rohlfs, Emil Nolde und Ernst Barlach. Darüber hinaus sammelte er Werke von Mitgliedern der Künstlergruppe "Brücke" wie Kirchner, Schmidt-Rottluff, Heckel und Pechstein. Im Bereich der Skulptur sammelten Rolf und Bettina Horn zeitgenössische Werke.
Die Sammlung war zuletzt zwei Jahre auf internationaler Ausstellungstournee. Ab Anfang Juli sind die Werke von Jawlensky, Nolde, Kirchner, Kollwitz, Barlach und vieler weiterer Künstlerinnen und Künstler nach dem Umbau und der Sanierung der Galerie der Moderne wieder auf Gottorf zu sehen.
Die Stiftung Rolf und Bettina Horn bleibt den Angaben zufolge als selbstständige Stiftung bestehen, wird aber langfristig in die Obhut der Stiftung Landesmuseen übergehen. Im Ergebnis sei diese Überleitung ein Geschenk an das Land Schleswig-Holstein, so wie es sich der Textilunternehmer Rolf Horn immer gewünscht habe.