Berlin & BrandenburgÜberfall auf Geldtransporter - Prozess gegen vier Männer

Bewaffnete Täter kesseln in Marzahn einen Geldtransporter ein. Es fallen mehrere Schüsse. Die Angreifer rauben 26 Geldkassetten mit über zwei Millionen Euro. Doch sie kommen nicht weit mit der Beute.
Berlin (dpa/bb) - Nach einem Überfall auf einen Geldtransporter mit Beute in Millionenhöhe stehen vier junge Männer vor dem Berliner Landgericht. Sie sollen vor rund neun Monaten im Stadtteil Marzahn einen Transporter mit zwei Fahrzeugen eingekesselt, Schüsse abgefeuert und rund 2,4 Millionen Euro geraubt haben. Für einen 21-jährigen Angeklagten kündigten seine Verteidiger geständige Angaben an.
Die Staatsanwaltschaft legt den 21- bis 26-Jährigen unter anderem versuchten Mord aus Habgier und schweren Raub zur Last. Sie hätten sich mit weiteren Mittätern zu einer Bande zusammengeschlossen, "um Überfälle auf Geldtransporter mit Waffen zu begehen", heißt es in der Anklage. Für geplante Taten hätten sie sich verschiedene Fahrzeuge, Werkzeuge und mindestens ein Sturmgewehr des Typs Kalaschnikow sowie Blaulichter beschafft.
Schüsse "aus kurzer Distanz"
Der Überfall ereignete sich am 23. März vorigen Jahres in der Marzahner Chaussee. Einer der Angeklagten soll dem Transporter mit Blaulicht auf einem Auto entgegengefahren sein. Der Transporter sei ausgebremst worden, dann habe sich ein maskierter Mann "unter Vorhalt der Kalaschnikow" vor das attackierte Fahrzeug gestellt, so die Anklage. Weitere Täter hätten sich dem Transporter von hinten genähert und den Weg mit einem zweiten Auto blockiert.
Ein 22-jähriger Angeklagter soll laut Staatsanwaltschaft "aus kurzer Distanz" geschossen haben, um einen Fluchtversuch zu unterbinden. Die Insassen des Geldtransporters wurden wegen der Panzerung der Fahrerkabine durch die Schüsse nicht verletzt. Laut Anklage haben die Täter 26 der 107 geladenen Geldkassetten mitgenommen, eines der Tatfahrzeuge in Brand gesetzt und seien mit dem weiteren Auto in Richtung Neukölln geflüchtet.
Bereits kurz nach der Tat hatte die Polizei auf einem Gewerbegelände das Fluchtauto, Tatwerkzeug und auch die Beute sichergestellt. Die Angeklagten wurden rund zwei Monate später festgenommen und befinden sich seitdem in Untersuchungshaft. Drei der Männer wollen im Prozess zunächst zu schweigen. In der Stellungnahme der Verteidiger eines 24-Jährigen hieß es, der Mandant habe zur Tatzeit in einem Fitness-Studio trainiert. Mit der Aussage des 21-jährigen Angeklagten wird am 14. Januar gerechnet.