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Berlin & BrandenburgVolle Bäder, Wasserwerfer - Berlin ächzt unter der Hitze

27.06.2026, 16:03 Uhr
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(Foto: Carsten Koall/dpa)

Berlin glüht. Noch schnell zur Abkühlung ins Freibad? Keine Chance, alles voll. Dafür kommt die Polizei mit Wasserwerfern. Die Stadt ist im Hitzemodus - und die Rettungsdienste sind im Dauereinsatz.

Berlin (dpa/bb) - Die erwartete Hitzewelle hat Berlin mit extremen Temperaturen von um die 40 Grad fest im Griff. Viele Berlinerinnen und Berliner zog es auf der Suche nach Abkühlung sowohl in die Freibäder als auch zu den Seen - fast alle Freibäder stoppten allerdings wegen des großen Andrangs den Ticketverkauf. Vor den Türen hofften noch Dutzende Menschen auf Einlass.

Die Berliner Polizei setzte am Nachmittag zwei Wasserwerfer ein, um bei der extremen Hitze mit Sprühnebel für Erfrischung zu sorgen. Geplant waren Aktionen unter anderem am Brandenburger Tor, am Reichstagsgebäude, auf dem Potsdamer Platz und am Roten Rathaus.

Neuer Hitzerekord in der Hauptstadt?

Der Deutsche Wetterdienst erwartete in Berlin und Brandenburg bis zu 41 Grad Celsius, auch am Sonntag könnte es so heiß werden. Ob ein neuer Hitzerekord für die Hauptstadt aufgestellt wurde, war zunächst nicht klar. Im Norden Brandenburgs sind bereits in der Nacht zu Sonntag örtlich kräftige Schauer und Gewitter möglich, in Berlin könnte es dazu am Sonntagabend kommen. Zum Wochenstart wird es voraussichtlich etwas kühler.

Bis dahin ist aber Schwitzen angesagt - im Zweifel sogar bei Demonstrationen. Ungeachtet der großen Hitze protestierten Hunderte Menschen in Berlin-Mitte gegen die geplanten Sozialstaatsreformen der Bundesregierung. Dazu aufgerufen hatte ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Sozial- und Wohlfahrtsverbänden sowie der Berliner Mieterverein. Nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes kamen rund 3.000 Menschen zur Kundgebung. Wegen des heißen Wetters verzichteten die Veranstalter auf einen zunächst geplanten Demozug.

Klima-Demonstration am Sonntagabend

Fridays For Future kündigte kurzfristig für Sonntagabend eine Demonstration an - die Gruppe will angesichts der Hitzewelle in Deutschland den Kampf gegen die Klimakrise wieder mehr in den Fokus rücken. "Diese extremen Temperaturen sind das Ergebnis einer fossilen Politik, die lieber fossile Konzerne schützt als das Leben von Menschen", heißt es im heute versendeten Demonstrations-Aufruf. Stattfinden soll der Protest im Invalidenpark in Berlin-Mitte - aufgrund der zu erwartenden Temperaturen erst um 21.00 Uhr.

"Statt Menschen akut zu helfen und weitere krassere Hitzewellen vorzubeugen, befeuert die Bundesregierung weiter die Klimakrise; das ist verantwortungslos, brandgefährlich und nicht zu rechtfertigen", kritisierte Nele Evers von Fridays for Future Berlin im Aufruf zur Demo. Der effektivste Schutz vor Hitze sei Klimaschutz.

Bahn rät von Reisen ab - viele Notrufe wegen Badeunfällen

Die Deutsche Bahn und weitere Eisenbahnunternehmen rieten wegen der Hitze am Wochenende von nicht dringend notwendigen Reisen im Fern- und Regionalverkehr ab.

Für viele Menschen hatten die extremen Temperaturen gesundheitliche Probleme zur Folge. Laut Feuerwehr gab es in Berlin erneut viele Hitze-Einsätze, darunter Badeunfälle und Kreislaufprobleme. Besonders dramatische Fälle wurden zunächst nicht bekannt.

Bei Hitzewarnungen, wie sie am Samstag in Berlin und Brandenburg galten, empfiehlt der Deutsche Wetterdienst, die direkte Sonne und körperliche Anstrengungen während der heißesten Tageszeit möglichst zu meiden. Außerdem sollten Menschen ausreichend trinken, Wohnräume vor direkter Sonneneinstrahlung schützen und möglichst dann lüften, wenn es draußen kühler ist als drinnen.

Wenig verwunderlich war der Wasserverbrauch den gesamten Tag über verhältnismäßig hoch. Wie Zahlen der Berliner Wasserbetriebe zeigen, wurden zeitweise nahezu 45 Millionen Liter Wasser pro Stunde gebraucht. Die höchsten Werte wurden am Vormittag kurz nach 9.00 Uhr gemessen. Am Freitagabend stieg der Verbrauch gegen 20.00 Uhr in ähnliche Höhen.

Quelle: dpa

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