Berlin & BrandenburgWerkstätten gekündigt: Gorki Theater warnt vor Existenzkrise

Beschäftigte des Berliner Theaters wehren sich gegen einen gekündigten Mietvertrag für ihre Bühnenwerkstätten. Die Senatsverwaltung geht davon aus, dass sich noch eine Lösung finden wird.
Berlin (dpa/bb) - Wegen eines gekündigten Mietvertrags für die Bühnenwerkstätten schlagen die Beschäftigten des Maxim Gorki Theaters in Berlin Alarm. Das Theater stehe vor "einer weiteren existenziellen Krise", teilte der Personalrat mit. Die Werkstätten sind bisher beim Bühnenservice der Stiftung Oper in Berlin untergebracht. Der Vertrag wurde zum 31. Dezember 2026 gekündigt, wie die Senatskulturverwaltung bestätigte.
Ohne eigene Produktionsstätten drohe dem Theater die Abwicklung, kritisierte der Personalrat. Etwa 240 Kolleginnen und Kollegen in den Werkstätten und im Theater bangten um ihre Zukunft. "Ohne funktionierende Werkstätten können Bühnenbilder und Kostüme weder hergestellt noch gewartet werden." Auch die Gewerkschaft Verdi warnte vor dem Schritt.
Was die neue Intendantin sagt
Das Maxim Gorki Theater bekommt diesen Sommer mit Çağla Ilk eine neue Intendantin. Die Kündigung der Werkstattflächen sei kein administrativer Vorgang, sondern treffe das Herz eines Hauses, dessen Kunst nicht erst auf der Bühne beginne, sondern lange davor, teilte Ilk mit. Wer die Werkstätten gefährde, gefährde nicht nur Arbeitsplätze. "Er gefährdet die Fähigkeit eines Theaters, Zukunft zu entwerfen."
Der Personalrat forderte Finanz- und Kultursenator Stefan Evers (CDU) als Vorsitzenden des Stiftungsrats auf, "diese für unser Haus existenzbedrohende Entscheidung umgehend zu revidieren".
Senatsverwaltung hofft auf eine Lösung
Die Senatskulturverwaltung teilte mit, die Werkstätten des Theaters seien fester Bestandteil seines Spiel- und Probenbetriebs. Sie befänden sich als unabhängiger Betriebsteil auf Grundlage eines Mietvertrags zwischen Bühnenservice und Maxim Gorki Theater in den Räumlichkeiten des Bühnenservice Am Wriezener Bahnhof.
"Seit 2025 laufen Neuverhandlungen über die Anpassung des Mietzinses zwischen den Vertragspartnern. Diese blieben bislang ergebnislos", teilte eine Sprecherin der Senatsverwaltung mit. Der Mietvertrag sei daher seitens des Bühnenservice gekündigt worden. Die Senatsverwaltung gehe davon aus, dass sich die Vertragspartner bis zum Ablauf der Kündigungsfrist "über die Fortsetzung des Mietverhältnisses einig werden und die Kündigung in Folge gegenstandslos wird", erklärte sie weiter.