Berlin & BrandenburgZustand der Brandenburger Wälder verschlechtert sich

Seit Jahren verheißt der Waldzustandsbericht nichts Gutes. Auch im vergangenen Jahr gab es keine Trendwende. Umweltministerin Mittelstädt drängt auf einen stärkeren Waldumbau.
Potsdam (dpa/bb) - Der Zustand der Wälder in Brandenburg hat sich weiter verschlechtert. Insgesamt gelten nach Angaben des neu veröffentlichten Waldzustandsberichts 39 Prozent der Waldflächen als beschädigt. Nur noch acht Prozent des Waldes würden keine sichtbaren Schäden aufweisen.
"Nach der bereits deutlichen Verschlechterung des Waldzustandes im Jahr 2024 kam es 2025 zu einem weiteren Anstieg der Waldfläche mit deutlichen Schäden", heißt es im Waldzustandsbericht. Die durchschnittliche Kronenverlichtung - also die Ausdünnung der im Vergleich zu einer gesunden Baumkrone - "stieg auf einen neuen historischen Höchstwert".
Trockenheit und heftige Niederschläge
Die Ursachen für diese Entwicklung seien vielschichtig, sagte Umweltministerin Hanka Mittelstädt (SPD). Da seien etwa die Vorschäden aus besonders trockenen Vorjahren. Außerdem war das Jahr 2025 durch Witterungsextreme wie die Frühjahrstrockenheit und heftige Niederschläge im Juli geprägt.
Auch Schädlinge setzten den Bäumen zu. "So kam es auf einer Gesamtfläche von fast 200 Hektar zu starkem Fraß bis hin zu Kahlfraß durch Raupen des Eichenprozessionsspinners", erklärte ein Sprecher des Umweltministeriums. Nonne, Kiefernspinner und Forleule verursachten zudem in den Kiefernwäldern im Süden Brandenburgs massive Schäden, "die aber in keinem Fall bestandsbedrohend waren". Wegen der recht feuchten Sommermonate war das Waldbrandgeschehen vergleichsweise überschaubar.
Ministerin: Brauchen Waldumbau
"Die brandenburgischen Wälder stehen durch Klimawandel, Extremwetter und Schädlinge unter erheblichem Stress, was sich in stark geschädigten Kronen und einem unzureichenden Nachwuchs an Jungbäumen zeigt", sagte Ministerin Mittelstädt. Strukturschwache Wälder, wie Kiefern-Monokulturen seien besonders anfällig für Schädlinge, Stürme und Brände. Nur vitale, artenreiche und klimaangepasste Wälder würden sich langfristig halten. Es brauche daher einen Waldumbau.
Brandenburg ist laut Umweltministerium eines der waldreichsten Bundesländer Deutschlands. Es gibt rund 1,1 Millionen Hektar Wald – das entspricht 37 Prozent der Landesfläche. Etwa 61 Prozent der Waldflächen gehören privaten Waldbesitzern. Größter Waldeigentümer ist das Land Brandenburg mit rund 272.500 Hektar.