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Hamburg & Schleswig-HolsteinFast 25.000 Menschen bei Mai-Demos in Hamburg

01.05.2026, 23:24 Uhr
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Die Forderungen bei den Mai-Demos in Hamburg gehen auseinander: Neben fairen Löhnen geht es auch um die Enteignung von Superreichen. Bei gutem Wetter sind mehr Menschen auf der Straße als erwartet.

Hamburg (dpa/lno) - Rund 25.000 Menschen sind in Hamburg am 1. Mai bei verschiedenen Demonstrationen auf die Straße gegangen. Neben den jährlichen Kundgebungen des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), an denen sich nach Polizeiangaben mehr als knapp 11.000 Menschen beteiligt haben, gab es drei Demonstrationen aus dem linken und linksextremen Spektrum. Hier wurde die Teilnehmerzahl auf insgesamt 13.500 geschätzt.

An der DGB-Demonstration, die von Ottensen zum Fischmarkt führte, beteiligte sich neben Hamburgs DGB-Chefin Tanja Chawla auch Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD).

Demonstrationen laut Polizei weitgehend friedlich

Sowohl die Gewerkschafts-Kundgebung als auch die Demonstrationen der linken und linksextremen Bündnisse hatten mehr Zulauf als im vergangenen Jahr. Bis auf das vereinzelte Abbrennen von Feuerwerkskörpern verliefen die Kundgebungen nach Polizeiangaben weitgehend friedlich.

Allein an der Demonstration des Umverteilungsbündnisses "Wer hat, der gibt" beteiligten sich nach Polizeiangaben knapp 8.000 Menschen - 2.500 hatten die Anmelder erwartet. Bei der sogenannten "Revolutionären 1. Mai-Demo" des vom Verfassungsschutz als gewaltorientiert eingestuften Roten Aufbaus versammelten sich am Bahnhof Altona den Angaben zufolge 4.500 Menschen - 3.500 mehr als angemeldet. Lediglich dem Aufruf des anarchistischen "schwarz-roten 1. Mai" in St. Pauli folgten nur rund 1.000 Menschen - halb so viele wie erwartet.

Das Bündnis "Wer hat, der gibt" zog unter dem Motto "Das Geld ist da! Ran an die Superreichen!" vom Jungfernstieg in der Innenstadt über Rotherbaum nach Eppendorf. Die Organisatoren warfen der schwarz-roten Bundesregierung vor, Politik nur für Reiche zu machen. "Sie verlangen immer mehr von uns – unserer Zeit, unserer Arbeit – und wir bekommen dafür immer weniger", hieß es.

Linken-Vorsitzender bei antikapitalistischer Demo

Es dürfte gar keine Milliardäre geben, sagte der Linken-Co-Vorsitzende Jan van Aken bei der Auftaktkundgebung. "Sie haben sich das nicht verdient." Er forderte, große Vermögen stärker zu besteuern.

Der Rote Aufbau hatte nach einem Auftakt-Konzert am Altonaer Bahnhof eine Demonstration durch Ottensen geplant. Das Motto: "Krieg und Krise haben System! Als Klasse vereint: Sozialismus erkämpfen!" Allerdings setzte sich der Demonstrationszug nicht wie geplant in Bewegung. Da zwischenzeitlich bereits der dritte Demonstrationszug in Richtung Ottensen unterwegs war, musste die Demoroute geändert werden.

Auf dem neuen Weg Richtung Reeperbahn wurde der Zug mehrfach von der Polizei gestoppt, da Teilnehmer vermummt waren und Pyrotechnik gezündet wurde.

Die Demo des "schwarz-roten 1. Mai" unter dem Motto "Anarchismus wagen – Dystopien bekämpfen" verlief hingegen ohne größere Zwischenfälle von St. Pauli durch Altona bis nach Ottensen.

Polizei mit weniger Kräften im Einsatz

"Auch in diesem Jahr haben am Tag der Arbeit erneut mehrere tausend Menschen überwiegend friedlich demonstriert", resümierte Polizeisprecher Sebastian Born. "Die Versammlungen und Aufzüge wurden - geprägt durch die positiven Erfahrungen der vergangenen Jahre - von uns mit einem angepassten Einsatzkonzept und damit rund 800 Einsatzkräften weniger begleitet."

Insgesamt waren 1.000 Beamtinnen und Beamte im Einsatz. Dabei wurde die Hamburger Polizei von Kolleginnen und Kollegen aus Schleswig-Holstein und von der Bundespolizei unterstützt.

Born zog eine positive Bilanz: "Die Sicherheit aller Teilnehmenden und das hohe Gut der Versammlungsfreiheit blieb dabei vollumfänglich gewährleistet."

Quelle: dpa

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