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Hamburg & Schleswig-HolsteinFinanzamt kann für erste Bürger Steuerklärung übernehmen

09.04.2026, 16:06 Uhr
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Schleswig-Holstein macht einen Schritt zur Vereinfachung der Steuererklärungen. Unter bestimmten Voraussetzungen erledigt das Finanzamt die Arbeit künftig selbst. Es gibt aber etliche Bedingungen.

Kiel (dpa/lno) - Steuerpflichtige in Schleswig-Holstein können unter bestimmten Voraussetzungen künftig die Steuererklärung dem Finanzamt überlassen. Dazu stehen die Angebote "Steuererklärung mit einem Klick" und "Die Steuer macht jetzt das Amt" zur Verfügung, wie das Finanzministerium mitteilte.

Von Juli an gibt es demnach in der "MeinELSTER+"-App die Möglichkeit, die Steuererklärung mit wenigen Klicks zu erledigen. Dafür stelle das Finanzamt die bereits vorliegenden Daten wie Arbeitslohn, Renten und Sozialversicherungsbeiträge in der App bereit und erstelle einen Vorschlag für eine Steuererklärung. Die Nutzer können diesen zur Abgabe digital bestätigen oder im Rahmen ihrer Erklärung anpassen.

Angebot zum Start nur für sehr beschränkte Gruppe

Zunächst richte sich das Angebot aber nur an ledige, kinderlose Arbeitnehmer und Senioren mit Alterseinkünften, die keine weiteren Einkünfte haben. Weitere Voraussetzung ist ein "ELSTER"-Nutzerkonto und die "MeinELSTER+"-App.

Als Pilotprojekt erhalten nach Angaben des Finanzministeriums ausgewählte Bürger im April erstmals einen Vorschlag für ihren Einkommensteuerbescheid 2025 ohne zuvor eine Steuererklärung einreichen zu müssen. Der Vorschlag wird zusammen mit einem Informationsschreiben per Post übermittelt. Wer mit dem Vorschlag einverstanden ist, kann bis zum 31. Juli 2026 zustimmen. Das geht digital über einen QR-Code oder mit dem beigefügten Antwortschreiben. Die Steuererklärung gilt dann als eingereicht.

Finanzministerin nennt spürbare Erleichterung als Ziel

"Unser Ziel ist es, die Steuererklärungspflicht erheblich zu vereinfachen und den Menschen spürbare Erleichterung zu verschaffen", so Finanzministerin Silke Schneider (Grüne).

Die SPD-Landtagsabgeordnete Beate Raudies nannte die Vereinfachung überfällig. "In Zeiten der Digitalisierung und Vernetzung von Daten ist es höchste Zeit, dass auch die Finanzverwaltung diese Möglichkeiten nutzt, um Bürgerinnen und Bürger zu entlasten."

Quelle: dpa

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