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Hamburg & Schleswig-HolsteinGrote verspricht Ukraine weiter Unterstützung aus Hamburg

24.02.2026, 16:02 Uhr
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(Foto: Marcus Brandt/dpa)

Kränze, Schmerz, Zorn: Zum Jahrestag der russischen Invasion verspricht Hamburgs Innensenator der Ukraine weitere Hilfe – und kritisiert Putins Krieg als Bedrohung für ganz Europa.

Hamburg (dpa/lno) - Hamburgs Innensenator Andy Grote hat der Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen Russland weiter jede Unterstützung der Hansestadt zugesichert. "Wir stehen an der Seite der Ukraine aus Solidarität mit einem angegriffenen Volk, aber auch um unserer selbst willen", sagte der SPD-Politiker anlässlich des vierten Jahrestags der Invasion russischer Truppen in die Ukraine. "Dieses Russland unter seinem Präsidenten Wladimir Putin ist eine Bedrohung für den Frieden und die Freiheit in ganz Europa."

Kränze an der Ernst-Barlach-Stele

Zuvor hatten Grote, der Vizepräsident der Hamburgischen Bürgerschaft, Frank Schmitt, sowie die Generalkonsulin der Ukraine, Iryna Tybinka, der Verstorbenen, Verletzten und Vertriebenen gedacht und an der Ernst-Barlach-Stele unweit des Rathauses Kränze niedergelegt. "Heute vor vier Jahren, am frühen Morgen des 24. Februar 2022 hat Russland in einer großangelegten, lange geplanten militärischen Operation die gesamte Ukraine angegriffen", sagte Grote. Seitdem tobe ein verbrecherischer Angriffskrieg mitten in Europa.

"Die Ukrainerinnen und Ukrainer müssen seit vier Jahren unvorstellbares Leid ertragen", sagte Grote. Es gebe Tausende Tote und Verletzte. "Über zehn Millionen Flüchtlinge und Vertriebene haben ihre Heimat verlassen müssen." Hinzu komme der härteste Winter seit Beginn der Invasion. "Und doch kämpft das ganze Land auch nach vier Jahren mit einer bewundernswerten Unbeugsamkeit und Tapferkeit gegen einen mächtigen, grausamen Aggressor."

Rund 37.000 Ukrainerinnen und Ukrainer in Hamburg

Rund 37.000 Ukrainerinnen und Ukrainer hätten in Hamburg Zuflucht gefunden, sagte Grote. Schon kurz nach Kriegsbeginn hätten Hamburg und Kiew einen Pakt für Solidarität und Zukunft geschlossen. Seither seien Hunderte Paletten an Hilfsgütern, medizinisches Material, Rettungswagen, Minenräumfahrzeuge und Entschärfungsmaterial nach Kiew geliefert worden – alles im Wert eines zweistelligen Millionenbetrags. Derzeit würden rund 30 Generatoren verschickt.

"Wir dürfen nicht müde werden mit dieser Unterstützung. Russland setzt auf Zermürbung, auf Kriegsmüdigkeit, aber wir dürfen nicht nachgehen", mahnte Grote. Die Ukraine kämpfe auch für Europa, für Deutschland, für Hamburg. Der Senator sagte: "Nach Ende des Krieges wollen wir unsere Hilfe und Zusammenarbeit ausbauen zu einer dauerhaft angelegten strategischen Partnerschaft zwischen Hamburg und Kiew."

Tybinka empfindet tiefen Schmerz und Zorn

Generalkonsulin Tybinka sagte, sie empfinde tiefen Schmerz und Zorn angesichts der Ungewissheit, wann das Leid und die Verluste ein Ende fänden, angesichts der Tatsache, dass das die Zahl der Toten und das Ausmaß der Zerstörung immer weiter zunähmen – und "angesichts des Wissens, dass der Feind weiterhin darauf abzielt, mein Land und mein Volk zu vernichten".

Die Zahl der zivilen Opfer sei im vergangenen Jahr um 31 Prozent gestiegen. Der Winter sei genutzt worden, "um die Menschen in der Ukraine endgültig in Dunkelheit und Kälte zu stürzen", klagte Tybinka. Nahezu jeder russische Luftangriff übertreffe den vorherigen.

Generalkonsulin: Russlands Aggression bleibt nicht straflos

Tybinka sagte, "man kann endlos über die Bedingungen eines Friedensvertrages verhandeln und dabei weiter töten – oder man kann das Feuer einstellen und beginnen, einen echten Frieden vorzubereiten". Russland sei zu einem tatsächlichen Waffenstillstand jedoch nicht bereit. Es müsse aber endlich erkennen, dass auf jede Gewalt eine noch stärkere Gegenkraft folge und dass seine Aggression nicht straflos bleibe. "Nur so lässt sich dieses aggressive Raubtier stoppen."

Zuvor hatte bereits die evangelische Kirche den russischen Angriffskrieg ein himmelschreiendes Unrecht genannt, das niemals akzeptieren werden dürfe. "Der russische Diktator könnte das Morden von heute auf morgen beenden, wenn er das wollte – das muss immer wieder deutlich gesagt werden", sagte die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Nordkirchen-Bischöfin, Kirsten Fehrs.

Quelle: dpa

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