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Hamburg & Schleswig-HolsteinKrokusse auf dem Dach – Nieblums blühende Kuriosität

20.03.2026, 05:01 Uhr
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Peter Maas hat mit einer ungewöhnlichen Idee das Dach des "Alten friesischen Theehauses" in ein kleines Blumenmeer verwandelt. Wie eine alte Handwerkstradition dabei geholfen hat.

Nieblum (dpa/lno) - Um einen Blick auf die Krokuskuriosität von Nieblum auf Föhr zu erhaschen, muss man in Richtung Himmel gucken. In luftiger Höhe auf dem Dachfirst eines alten Reetdachhauses wachsen Dutzende lila, weiße und gelbe Krokusse, dazwischen Tulpen und Narzissen. Gepflanzt hat sie Peter Maas vor einigen Jahren auf dem Dach des "Alten friesischen Theehauses".

"Irgendwann hatte ich mal die blöde Idee, weil ich ja Husum so mag", erzählt der fast Neunzigjährige. Dort im Schlosspark wachsen rund vier Millionen Krokusse. Nach Angaben der Husumer Touristiker gibt es ein solch riesiges lila Blütenmeer wildwachsender Krokusse in Nordeuropa nur noch in Husum.

"Ich dachte, ich mach' auch mal was Verrücktes", sagt Maas und lacht verschmitzt. Bei den Leuten kommt das gut an: "Das wird meist fotografiert." Damit die bunten Frühlingsboten noch viele Jahre auf dem Dachfirst blühen können, pflanzt Maas regelmäßig im Winter Blumenzwiebeln nach.

Krokusse wachsen in Grassoden

Die Blumen wachsen aber nicht einfach im Reet, oder? "Nein, nein. Die wachsen in den Soden. Das ist ja auch eines der ganz wenigen Häuser, die die Soden noch haben. Es ist ja ein Kulturdenkmal und da dachte ich, ich nehme mal das Althergebrachte."

Solche mit Grasplaggen belegten Firste sind nach Angaben der Interessengemeinschaft Pro Reet, in der sich bundesweit Reethändler und Reetproduzenten zusammengeschlossen haben, typisch an der schleswig-holsteinischen Westküste. Allerdings laufe auch hier der Heidefirst der Grassodenvariante zunehmend den Rang ab.

Maas ist zuversichtlich, dass er sich noch eine Zeit lang um seine Blumen kümmern und Zwiebeln nachpflanzen kann. "Im nächsten Jahr werde ich Neunzig. Aber das geht, ich kann ja noch wunderbar hier längst laufen", sagt er. Und wenn die Leiter aufs Dach und den First für ihn doch nicht mehr begehbar sind, hat er auch schon eine Idee: "Dann macht das mein Sohn, ja."

Quelle: dpa

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