Hamburg & Schleswig-HolsteinPrüfungsbetrug bei Führerschein - Dutzende Fälle in Hamburg

Prüfungsbetrug beim Führerschein bleibt konstant auf gleichem Niveau. Oft kommen Technik oder Stellvertreter zum Einsatz. Der TÜV-Verband fordert härtere Konsequenzen.
Hamburg (dpa/lno) - Der Prüfungsbetrug bei der Führerscheinprüfung bleibt in Hamburg auf konstantem Niveau. Unter den insgesamt 39.703 im vergangenen Jahr durchgeführten theoretischen Führerscheinprüfungen kam es zu 179 Täuschungsversuchen, wie der TÜV-Verband mitteilte.
Wer sich den Führerschein erschleiche, verfüge oft nicht über das nötige Wissen für den Straßenverkehr. "Wer bei der theoretischen Fahrprüfung täuscht, bringt sich und andere in Gefahr." Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden bei 37.760 Prüfungen 160 Betrugsversuche registriert.
Bundesweit wurden demnach insgesamt 4.239 Betrugsversuche bei Theorieprüfungen aller Klassen festgestellt, die Zahl aller durchgeführten Prüfungen lag bei etwas mehr als zwei Millionen. Rund 96 Prozent davon entfielen auf die Klasse B, also auf die klassische Fahrerlaubnis für Autos.
Häufig professioneller Prüfungsbetrug
Die Täuschungsversuche seien nach Einschätzung des Verbands häufig professionell organisiert. Bundesweit kämen in 36 Prozent der Fälle technische Hilfsmittel wie kaum sichtbare Ohrhörer, Mini-Kameras oder andere versteckte Kommunikationsgeräte zum Einsatz. In weiteren 17 Prozent wurden sogenannte Stellvertreter entdeckt, die die Prüfung für eine andere Person ablegen sollten.
Der TÜV-Verband fordert strengere Maßnahmen bei Betrugsversuchen, wie etwa eine Sperrfrist von neun Monaten bis zum nächsten Prüfungsversuch oder eine medizinisch-psychologische Untersuchung zur Überprüfung der Fahreignung. Zudem sollen rechtliche Voraussetzungen geschaffen werden, um Täuschungsversuche in besonders schweren Fällen, etwa in organisierten Zusammenhängen, künftig als Straftat zu werten, auch für Personen, die dabei Beihilfe leisten.