Hamburg & Schleswig-HolsteinBund und Länder stärken Schutz kritischer Infrastruktur

Fliegende und schwimmende Drohnen, mobile Leitstände und die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern: Im Hamburger lässt sich der Bundesinnenminister Antworten auf hybride Bedrohungen zeigen.
Hamburg (dpa/lno) - Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat den Hamburger Hafen als positives Beispiel für die Zusammenarbeit von Bund und Ländern beim Schutz kritischer Infrastruktur vor hybriden Bedrohungen gelobt. Die Zusammenarbeit sei bedeutsam, weil die Bedrohung alle Ebene gleichermaßen in Verantwortung nehme, sagte der CSU-Politiker bei einem gemeinsamen Besuch des Hafens mit Hamburgs Innensenator und derzeitigem Vorsitzenden der Innenministerkonferenz, Andy Grote (SPD).
"Der Hamburger Hafen zeigt wie unter einem Brennglas, vor welchen sicherheitspolitischen Herausforderungen wir heute stehen", sagte Dobrindt.
Schulterschluss von Bund und Ländern bei Schutz der Infrastruktur
"Kritische Infrastruktur muss wirksam geschützt werden – vor klassischen Gefahren genauso wie vor hybriden Angriffen, Sabotage und digitalen Bedrohungen." Dafür brauche es einen engen Schulterschluss von Bund, Ländern, Sicherheitsbehörden und Wirtschaft, erklärte Dobrindt. "Hamburg macht vor, wie moderne Sicherheitsarchitektur heute funktioniert: vernetzt, technologisch auf der Höhe und mit klarer staatlicher Durchsetzungskraft."
Das Hafensicherheitszentrum, das in Zusammenarbeit von Zoll, Polizei und Port Authority den Herausforderungen der hybriden Bedrohung begegne, sei ein positives Beispiel dafür, wie man mit diesen Themen umgehe, sagte Dobrindt.
Hamburger Hafen "wohl größte kritische Infrastruktur" Deutschlands
Als "wohl größte kritische Infrastruktur in Deutschland" habe der Hafen eine zentrale Bedeutung für die Versorgungssicherheit und müsse entsprechend wirksam geschützt werden, sagte Grote. Deshalb mache Hamburg den Hafen zum Innovationslabor für Drohnentechnologie und entwickele gemeinsam mit der Industrie moderne und zukunftsweisende Technologien in realen Szenarien – auf, unter und über Wasser, sagte Grote.
Dobrindt verwies zudem darauf, dass Drogenschmuggel im Hafenumfeld immer eine große Rolle spiele. "Und damit wird die Grundlage für weitere organisierte Kriminalität geschaffen, nämlich die notwendigen Finanzmittel besorgt", sagte er. "Hier gegen diese Drogenkriminalität vorzugehen mit modernster Technologie, das wurde uns heute gezeigt, sowohl aus der Luft, aber auch auf dem Wasser und unter Wasser."
Schwimmende Drohnenabwehr auf und unter Wasser
Dobrindt ließ sich an Bord eines Bootes der Hamburger Wasserschutzpolizei die Zusammenarbeit und Fähigkeiten der Sicherheitsbehörden und weiterer Akteure zum Schutz des Hamburger Hafens zeigen. Unter anderem wurden Wasserdrohnen vorgeführt, die auch zum Schutz von Bedrohungen unter Wasser eingesetzt werden können. Zudem wurde ein mobiler Drohnenleitstand der Polizei vorgeführt.