Hamburg & Schleswig-HolsteinHamburg rüstet bei der Jagd auf Temposünder auf

Hamburg setzt auf neue Blitzerwagen und mehr Radarsäulen, um Temposünder flexibler zu kontrollieren. Was sich für Autofahrer in der Stadt bald ändert.
Hamburg (dpa/lno) - Hamburgs Polizei rüstet bei der Jagd nach Temposündern auf. "Wir wollen überall aufrüsten, insbesondere aber fünf zusätzliche Überwachungskraftwagen anschaffen", sagte der Chef der Verkehrsdirektion, Thomas Model, der "Welt am Sonntag". Mit ihnen könne die Polizei die Standorte flexibel wechseln. "Das ist wichtig, weil immer mehr Menschen verbotenerweise Blitzer-Apps nutzen."
Mehr Blitzerwagen und -säulen
Die Polizei werde auch mehr Blitzersäulen aufstellen. "Die werden aber nicht immer eine Kamera in sich tragen. Einige Säulen sind bestückt, andere nicht. Leersäulen erzeugen ja auch eine Wirkung", sagte Model. Auf jeden Fall würden aber die mobilen Anlagen auf der baufälligen Norderelbbrücke durch feste Säulen ersetzt, die auch Abstandsverstöße erfassten. "Für die Haltbarkeit der Brücke muss das Tempo dort niedrig bleiben."
Aktuell betreibe die Polizei 21 mobile Überwachungsanlagen und neun Überwachungskraftwagen. Hinzu kämen 40 Säulen, die mit 49 Kameraanlagen bestückt seien. "Diese Zahl ergibt sich, weil in einigen Säulen zwei Anlagen verbaut sind, die in unterschiedliche Richtungen messen."
Zu hohe Geschwindigkeit Unfallursache Nummer eins
Zu hohe Geschwindigkeiten seien immer noch Unfallursache Nummer eins, sagte Model. "2025 gab es mehr als 7.500 Unfälle mit Verletzten und Toten. Davon wurden knapp 15 Prozent durch zu hohe Geschwindigkeit verursacht." Es gehe aber nicht nur um Tempoverstöße, sondern auch darum, "ob jemand während der Fahrt das Handy bedient oder fährt, obwohl bereits Rot war".
Handyverstöße würden in Hamburg bislang nur durch persönliche Beobachtung der Beamtinnen und Beamten erfasst. Doch das werde sich ändern. Künftig sollen Kamerasysteme von Brücken oder Tunneleinfahrten von oben in die Fahrzeuge hineinfilmen. Die dafür notwendige Änderung des Polizeigesetzes werde derzeit mit dem Datenschutzbeauftragten abgestimmt. "Wenn wir die gesetzliche Regelung haben, werden diese Geräte angeschafft", sagte Model.