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Hamburg & Schleswig-HolsteinHamburgs Brücken-Koloss ist am Ziel angekommen

31.07.2026, 07:14 Uhr
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3.700 Tonnen Stahl, 1.088 Räder und jede Menge Action: So rollte Hamburgs neue Sternbrücke durchs Herz der Stadt. Nun laufen die letzten Arbeiten. Was dafür alles weichen musste, was jetzt noch kommt.

Hamburg (dpa/lno) - Die neue Sternbrücke hat ihre Endposition erreicht und wird nun abgesenkt. Nachdem der 3.700-Tonnen-Koloss in der Nacht zu Freitag die letzten etwa 500 Meter entlang der Max-Brauer-Allee hinter sich gebracht hatte, hatte sie gegen 3.00 Uhr die Endlage erreicht, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn mitteilte. Nun wird das 108 Meter lange und 21 Meter breite Bauwerk quasi noch eingehängt, also in der Höhe abgesenkt. Ursprünglich hätten die Arbeiten schon am Donnerstagabend beendet sein sollen. Probleme auf dem Transportweg hatten den Zeitplan dann aber durcheinander gebracht.

86 Bäume entlang des Transportwegs gefällt

Bewegt wurde der Stahlkoloss auf 48 sogenannten SPMT – die Abkürzung steht für Self-Propelled Modular Transporter (selbstfahrender Modultransporter). Auf insgesamt 1.088 Rädern, die um 360 Grad drehbar sind, ging es durch das Herz Hamburgs. Die Max-Brauer-Allee wurde dafür durchschnittlich um etwa 60 Zentimeter aufgeschüttet und mit Stahlplatten verstärkt. Entlang des Weges wurden Laternen abgesägt, das Vordach einer Tankstelle gekappt und 86 Bäume gefällt. Die maximale Geschwindigkeit des Transports betrug einen Kilometer pro Stunde.

Noch fehlen Schotter, Gleise, Oberleitungen und Signale

Zu den Restarbeiten bis zur vorgesehenen Freigabe der neuen Brücke Ende August gehören nun die Aufbringung des Schotters sowie die Montage der Schienen, der Oberleitungen und der Signale. Dann sollen pro Tag wieder etwa 1.000 Züge auf der sogenannten Verbindungsbahn unterwegs sein. Laut Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) sind täglich etwa 90.000 Menschen in den Zügen unterwegs. Dazu kämen etwa 23.000 Pkw und gut 5.000 Radfahrer, die unter der Brücke fahren.

Tjarks bezeichnete die neue Bahnüberführung im Bezirk Altona als "einen zentralen Punkt im europäischen Bahnnetz und auch in unserer Stadt" und nannte die Projektarbeit der Bahntochter InfraGo sowie der beteiligten Firmen eine "Koordinierungsleistung der Extraklasse". Die neue Sternbrücke sei eine "Landmarke für das Schanzenviertel für die nächsten 100 Jahre". Das Bauwerk habe die Chance, ein Wahrzeichen für die Hansestadt zu werden.

Auch die neue Sternbrücke soll ein Kulturraum werden

An dem Ersatzbau der etwa 100 Jahre alten Vorgängerbrücke, die laut Tjarks als nicht mehr reparabel galt, hatte es immer wieder Kritik gegeben. So verloren unter anderem Musikclubs, die unter dem alten Bauwerk untergebracht waren, ihre Heimat. Die neue Sternbrücke könne nach Ansicht des Verkehrssenators nach der Wiederherstellung der Max-Brauer-Allee wieder zu einem Kulturraum werden. Dafür solle auch eine besondere Beleuchtung sorgen. Tjarks sagte: "Bis dahin ist es noch ein Weg, aber wir sind dabei."

Quelle: dpa

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