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Hamburg & Schleswig-HolsteinLandesfrauenrat kritisiert: Winterdienst ist mangelhaft

09.01.2026, 14:32 Uhr
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Harte Kritik vom Landesfrauenrat: Der Winterdienst in Hamburg sei schlechter geworden. Das sei gefährlich. Ihr Vorwurf: Eine Gruppe werde bevorzugt. Wie die Umweltbehörde reagiert.

Hamburg (dpa/lno) - Die Räumung von Schnee- und Eisglätte auf Hamburgs Geh- und Radwegen ist laut Kritik des Landesfrauenrats in diesem Winter schlechter geworden. Das sei gefährlich, monierte der Verein in einem offenen Brief an Hamburgs Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne). Der Winterdienst bevorzuge den Autoverkehr. "Hamburg braucht einen Winterdienst, der alle Menschen schützt – nicht nur diejenigen im Auto."

Neben- und Wohnstraßen würden als nicht verkehrswichtig eingestuft. Für die Menschen, die dort leben, sei das realitätsfern. "Wer zu Fuß, mit dem Rad oder mit Gehhilfen unterwegs ist, ist gerade hier auf sichere Wege angewiesen, auch um den ÖPNV überhaupt erreichen zu können", forderte der Verein. Menschen, die Rollstuhl, Rollator oder Gehhilfen brauchen, könnten bei Schnee und Glätte oft das Haus nicht verlassen.

"Wir haben vollstes Verständnis dafür, dass die Wetterlage viele Menschen vor Herausforderungen stellt und nehmen ihre Sorgen ernst", erklärte ein Sprecher der Umweltbehörde auf Anfrage. "Alle Hamburger Behörden und städtischen Betriebe arbeiten mit Hochdruck daran, die Auswirkungen der schwierigen Witterung so gering wie möglich zu halten."

Der Winterdienst der Stadtreinigung Hamburg (SRH) befinde sich hierfür seit Tagen im Volleinsatz: "Mit rund 730 Einsatzkräften und 360 Fahrzeugen konzentrieren sich die Räum- und Streuarbeiten prioritär auf wichtige Hauptverkehrsadern, Verbindungsstraßen, Busstrecken sowie ein ausgewähltes Radwegenetz und Fußgängerüberwege", sagte er. "Die Verkehrsbetriebe bemühen sich, den öffentlichen Personennahverkehr so stabil wie möglich aufrechtzuerhalten."

Zur Wahrheit gehöre aber auch: "In Hamburg hat es in den vergangenen Tagen so viel geschneit wie in den vergangenen 15 Jahren nicht", sagte der Sprecher weiter. "Die Planung von Maschinen und Personalreserven kann nicht dauerhaft an solchen seltenen Extremereignissen ausgerichtet werden." Die Stadtreinigung Hamburg ist in dieser Ausnahmesituation vollständig ausgelastet. "Die Kolleginnen und Kollegen leisten gerade Übermenschliches. Angesichts der enormen Schneemengen stoßen die Räumarbeiten jedoch an Grenzen."

Zudem greife eine gesetzliche Arbeitsteilung, hieß es aus der Umweltbehörde. "Während die SRH die Sicherung der Straßeninfrastruktur übernimmt, sind auf den Gehwegen die Eigentümerinnen und Eigentümer in der Räumpflicht. Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, kommt auf Geh- und Radwegen seit Mitte der Woche ergänzend Salz zum Einsatz."

Quelle: dpa

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