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Hamburg & Schleswig-HolsteinMuschelernte vor Sylt 2025 gut - einige Netze bleiben leer

03.07.2026, 15:03 Uhr
Landwirtschaftsministerin-Schmachtenberg-und-der-Vorsitzende-der-Erzeugergemeinschaft-Heinz-Maurus-Die-Erzeugerorganisation-schleswig-holsteinischer-Muschelzuechter-hat-in-Hoernum-auf-Sylt-die-diesjaehrige-Muschelsaison-eroeffnet

Stürmisch ist es zum Auftakt der Muschelsaison 2026 auf Sylt. Unruhig blickt die Erzeugerorganisation schleswig-holsteinischer Muschelzüchter auch auf neue Herausforderungen - nicht nur auf der Insel.

Hörnum/Kiel (dpa/lno) - Bei stürmischem Wind auf Sylt zieht die Erzeugerorganisation schleswig-holsteinischer Muschelzüchter zum Start der diesjährigen Muschelsaison eine positive Bilanz für das vergangene Jahr - steht aber zugleich vor wachsenden Herausforderungen.

"Unsere Miesmuscheln und Austern sind Spitzenprodukte aus Schleswig-Holstein. Sie stehen für höchste Qualität, regionale Wertschöpfung und das große Können unserer Muschelfischerinnen und Muschelfischer", sagte Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Gleichzeitig zeige die Muschelwirtschaft im Wattenmeer, dass nachhaltige Nutzung und Naturschutz gemeinsam gelingen können.

Netze vor Sylt bleiben teils leer

Sorge bereiten der Branche aktuelle Entwicklungen im Wattenmeer - insbesondere im Hörnumtief funktionieren die sogenannten Saatmuschelfanganlagen für Miesmuscheln zunehmend unzuverlässig.

"Unsere Saatmuschelfanganlagen funktionieren dort nicht mehr wie gewohnt. Netze bleiben teilweise leer - Flächen, die früher zuverlässig Erträge geliefert haben, bringen heute nicht mehr die erwartete Saat", sagte der erste Vorsitzende der Erzeugergemeinschaft schleswig-holsteinischer Muschelfischer, Heinz Maurus, am Freitag vor Sylt. Wenn bewährte Flächen ihre Produktionsfähigkeit verlieren, müsse man neue Gebiete für die Muschelzucht erschließen.

Auswirkungen in rund drei Jahren sichtbar

Vergleichbare Fälle habe es bisher nicht gegeben. "Das ist nicht nur eine vorübergehende Erscheinung, letztes Jahr kam es schon vereinzelt vor, aber in diesem Jahr ist es massiv", sagte Maurus der dpa. Die Auswirkungen bei den Erträgen würden demnach erst in rund drei Jahren spürbar werden, wenn die Muscheln groß genug für die Ernte sind. "Die nächsten Jahre haben wir noch gute Erträge, aber am Horizont droht Gefahr durch zu wenig Saat in den Netzen und das muss erforscht und es muss Ausgleich geschaffen werden", sagte Maurus. Die Ursache soll jetzt von Experten des Nationalparkamtes untersucht werden.

Neben den ökologischen Veränderungen sieht sich die Muschelwirtschaft mit weiteren Herausforderungen konfrontiert - dazu gehören den Angaben zufolge steigende Kosten für Energie und Personal, ein zunehmender Fachkräftemangel, sanierungsbedürftige Hafeninfrastruktur sowie wachsende bürokratische Anforderungen.

Aktuell erfolgreiche Ernte vor Sylt

Trotz dieser Entwicklungen blicke die Branche auf eine erfolgreiche Saison und investiere laut Erzeugerverband weiterhin in nachhaltige Produktion und moderne Technik. Im vergangenen Jahr waren demnach Miesmuscheln "in hervorragender Qualität mit einem Fleischanteil von über 30 Prozent" auf den Markt gekommen, sagte der erste Vorsitzende. 14.000 Tonnen wurden demnach geerntet - mit ähnlichen Erträgen sei auch 2026 zu rechnen.

Für die Miesmuscheln im Nationalpark Wattenmeer gilt vom 1. April bis zum 15. Juni eine Schonzeit. Daher beginnt üblicherweise Anfang Juli die Ernte der konsumreifen Miesmuscheln.

Die Miesmuscheln im schleswig-holsteinischen Wattenmeer werden in sogenannten Saatmuschelgewinnungsanlagen (SMA) vor Büsum und Sylt gezogen und später in Kulturbezirke umgesetzt und nach zwei bis vier Jahren geerntet.

Quelle: dpa

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