Hamburg & Schleswig-HolsteinNeun Millionen Euro für Sanierung auf Parkfriedhof Ohlsdorf

Geldsegen für das historische Erbe: Wie Hamburg auf dem riesigen Parkfriedhof Ohlsdorf Geschichte bewahren und neue Wege für die Zukunft finden will.
Hamburg (dpa/lno) - Der größte Parkfriedhof der Welt rüstet sich für die Zukunft: Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hat auf dem Parkfriedhof Ohlsdorf einen Förderbescheid über neun Millionen Euro übergeben. "Es ist ein besonderer Kulturort", der in den vergangenen Jahrzehnten aus den Augen verloren worden sei, sagte Weimer.
Die Kosten der Sanierung von insgesamt 18,1 Millionen Euro werden durch den Bund (9 Millionen), die Umweltbehörde (6 Millionen) und die Hamburger Friedhöfe (3 Millionen) getragen. Die Mittel fließen in die Sanierung dreier historischer Gebäude. Dazu zählen zwei Kapellen und das größte nordeuropäische Mausoleum, wie der Sprecher der Hamburger Friedhöfe erklärte.
An der Kapelle 13 nahmen unter anderem die Zweite Bürgermeisterin und Umweltsenatorin, Katharina Fegebank (Grüne), die Leiterin des Denkmalschutzamtes, Anna Joss und Friedhofsgeschäftsführer Carsten Helberg den Bescheid entgegen.
Warum wird die Sanierung gebraucht?
Die Gebäude bedürften dringend einer denkmalgerechten Sanierung, sagte Helberg. Vorher sei es etwa technisch nicht möglich, Thermofenster einzusetzen, ohne das ursprüngliche Erscheinungsbild aus dem Jahr 1929 zu ändern. "Die anstehende Sanierung ist ein richtiger Meilenstein."
Der Friedhof soll langfristig gesichert werden
Auf der Friedhofsfläche, die etwa 800 Fußballfeldern entspricht, sind in der Vergangenheit rund 1,4 Millionen Menschen beigesetzt worden. Um den Friedhof langfristig zu erhalten, fördert das Bundesbauministerium die Nachhaltigkeitsstrategie "Ohlsdorf 2050". Unter anderem sollen frei werdende Flächen in städtische Grünflächen umgewandelt werden.
Da sich weniger Menschen im Sarg bestatten lassen, hat der Friedhof inzwischen viel Platz übrig. "Wir wollen Ohlsdorf behutsam verändern und an die Bedürfnisse der heutigen Zeit anpassen", erklärte Helberg.