Hamburg & Schleswig-HolsteinWeniger Unwetter lassen Zahl der Feuerwehreinsätze sinken

Im Schnitt 913 Einsätze am Tag - alle 90 Sekunden musste die Feuerwehr im vergangenen Jahr ausrücken. Die nun vorliegende Jahresbilanz weist auch mehr Brandtote aus.
Hamburg (dpa/lno) - Weniger Unwetter haben im vergangenen Jahr in Hamburg zu einem leichten Rückgang der Feuerwehreinsätze geführt. Insgesamt seien Feuerwehr und Rettungsdienst zu 333.394 Einsätzen gerufen worden, sagte Innensenator Andy Grote (SPD) bei der Vorstellung des Jahresberichts der Feuerwehr Hamburg im Rathaus. Das waren 1.236 Einsätze weniger als 2024.
Dieser Rückgang um 0,1 Prozent habe daran gelegen, "dass die technische Hilfsleistung zurückgegangen ist wegen weniger Unwetterlagen", sagte Grote. 22.595 Mal seien Einsatzkräfte zu technischen Hilfsleistungen ausgerückt - knapp 2.000 Mal weniger als im Vorjahr.
Leichte Anstiege bei Rettungsdienst und Brandschutz
Leichte Anstiege wurden der Bilanz zufolge beim Rettungsdienst um 1.080 auf 296.394 Einsätze und beim Brandschutz um 317 auf 13.157 Einsätze verzeichnet.
24 Brände wurden von der Feuerwehr als Großbrand eingestuft - acht mehr als 2024. Allein beim Großbrand auf der Veddel hatten im August vergangenen Jahres mehr als 1.000 Einsatzkräfte an einer Lagerhalle mit Gasflaschen 72 Stunden gegen die Flammen gekämpft.
Zahl der Brandtoten steigt auf elf
Die Zahl der Brandtoten stieg im vergangenen Jahr um vier auf elf - allein vier Menschen starben bei einem Großbrand im Marienkrankenhaus. Der Amtsleiter der Hamburger Feuerwehr, Jörg Sauermann, verwies darauf, dass die Zahl der Brandtoten 2024 auf einen historischen Tiefststand gefallen sei. Insgesamt weise der Trend seit Jahren nach unten.
Bei 146 Einsätzen hat der Kampfmittelräumdienst den Zahlen zufolge im vergangenen Jahr vier große Blindgänger-Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg und viele kleinere Munitionsstücke unschädlich gemacht.
Breche man die Gesamtzahl herunter, "dann sind das 913 Einsätze am Tag, alle 90 Sekunden ein Einsatz bei der Feuerwehr", sagte Grote. "Das ist ein harter und gefährlicher Job", der Respekt verdiene.
Personalzuwachs bei Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr
Die Feuerwehr Hamburg zählte im vergangenen Jahr 3.729 Mitarbeitende - 77 mehr als im Vorjahr. Bei den Freiwilligen Feuerwehren habe es einen deutlichen Anstieg der Mitglieder auf 5.561 gegeben, sagte Landesbereichsführer Harald Burghart.
Besonders stolz mache ihn die wachsende Zahl an Minifeuerwehren: "Sie zeigt, dass wir es schaffen, schon die Jüngsten für den Dienst am Nächsten zu begeistern und so die Zukunft der Freiwilligen Feuerwehr nachhaltig zu sichern."