Hamburg & Schleswig-HolsteinPersonalsorgen und Auswärtsschwäche: HSV gegen FCK gefordert

Beim HSV vergrößern sich die Personalsorgen. In Kaiserslautern wird Trainer Tim Walter viele Stammkräfte ersetzen müssen. Auch ein Talent darf auf einen Platz im Kader hoffen.
Hamburg (dpa/lno) - Mit großer Unterstützung der Fans will der Fußball-Zweitligist Hamburger SV beim 1. FC Kaiserslautern auf dem Betzenberg eine erneute Niederlage wie in der vergangenen Saison verhindern. "Es ist schön, wenn auswärts so viele Zuschauer sind", sagte Trainer Tim Walter vor dem Spiel am Samstag (20.30 Uhr/Sky und Sport1). "Es ist auch schön, dass es auch wieder ganz, ganz viele von uns sind." Mindestens 4500 HSV-Fans werden ihren Verein nach Rheinland-Pfalz begleiten. Das Stadion ist mit knapp 50.000 Zuschauern ausverkauft.
Ausgerechnet vor dieser stimmungsvollen Kulisse will der HSV an seiner Auswärtsschwäche arbeiten. In fünf Begegnungen dieser Saison gab es erst einen Sieg. Sein Club müsse in der Ferne auf jeden Fall "besser punkten", sagte Walter. "Wir wissen, dass wir einige Dinge besser machen können, und das probieren wir am Wochenende gleich." In der Auswärtstabelle belegen die Hamburger lediglich den zehnten Rang. Seiner Heimstärke verdankt der HSV den zweiten Platz in der Gesamttabelle knapp hinter dem Stadtrivalen FC St. Pauli. "Daheim sind wir eine Macht", sagte Walter. "Das heißt ja aber auch nicht, dass wir auswärts machtlos sind. Das sind wir ja auch nicht."
Gegen eine mögliche Machtdemonstration beim FCK, der die Hanseaten im April 2:0 daheim besiegte, sprechen die vielen personellen Probleme. Gegen den Tabellensechsten fehlen Kapitän Sebastian Schonlau (Wade), Ludovit Reis (Schulter), Ignace van der Brempt (Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel) und Anssi Suhonen (Wadenbeinbruch). Es seien "schon einige" Verletzte, sagte Walter.
Auch Flügelspieler Jean-Luc Dompé wird wahrscheinlich nicht mitmischen können. "Der hat Schambeinprobleme", sagte Walter. Spätestens zur kommenden Woche soll der Flügelspieler jedoch wieder spielbereit sein. Für den 28-Jährigen könnten Ransford Königsdörffer oder Levin Öztunali in die Startelf rutschen. "Einer von beiden" wäre die Dompé-Alternative, bestätigte Walter. Sein Lichtblick: "Wir haben ja auch einen breiten Kader."
Höchstens Außenseiterchancen hat Nachwuchstalent Bilal Yalcinkaya. Der 17-Jährige trainierte zuletzt regelmäßig bei den Profis mit, könnte aufgrund der angespannten Personallage in den Spieltagskader rutschen. "Ausgeschlossen ist nie etwas", sagte Walter. Man habe immer ein Auge auf Jugendspieler "und wenn sie so gut trainieren und sich so gut in die Mannschaft eingliedern, dass sie eine Chance haben, bei uns dabei zu sein". Yalcinkaya überzeugt derzeit in der U19 des HSV. In zehn Pflichtspielen gelangen dem Offensivspieler sechs Treffer und zwei Vorlagen.