Hamburg & Schleswig-HolsteinSPD will Tarifbindung in Schleswig-Holstein stärken
Kiel (dpa/lno) - Mit einer parlamentarischen Initiative will die SPD im schleswig-holsteinischen Landtag die Tarifbindung wieder stärken. Die Sozialdemokraten fordern die Landesregierung auf, dazu eine Strategie zu entwickeln. Einen entsprechenden Antrag hat die Fraktion jetzt in den Landtag eingebracht. Überbetriebliche Branchen- oder Flächentarifverträge spielten eine wesentliche Rolle bei der Regelung von Arbeitsbedingungen und bei der Lohnfindung, heißt es zur Begründung.
Die Tarifbindung sei in Deutschland aber seit Jahren rückläufig und habe an Bedeutung verloren. So seien 71 Prozent der westdeutschen und 81 Prozent der ostdeutschen Betriebe nicht tarifgebunden. Im Westen seien nur noch 57 Prozent der Arbeitnehmer in Unternehmen mit einem Tarifvertrag beschäftigt. In Schleswig-Holstein profitierten nur 52 Prozent von Branchentarifverträgen. Dies sei abgesehen von Baden-Württemberg der geringste Wert in Westdeutschland. Sonst sei die Quote nur noch in den neuen Bundesländern niedriger.
Für die Beschäftigten bedeute eine fehlende Tarifbindung erhebliche Nachteile, argumentiert die SPD. So verdienten sie in der Regel weniger, wenn die Arbeitgeber aus Tarifverträgen aussteigen. Zudem zahlten Unternehmen mit Tarifvertrag fast doppelt so häufig Urlaubsgeld wie Unternehmen ohne Tarifvertrag.