Hamburg & Schleswig-HolsteinTowers-Chef zieht Bilanz: "Es war eine Achterbahnfahrt"

In einer nervenaufreibenden Saison in der BBL haben die Towers den Abstieg vermieden. Die Planungen für die neue Spielzeit laufen bereits. Mögliche Konsequenz: der Verzicht auf einen Wettbewerb.
Hamburg (dpa/lno) - Die durchwachsene Saison der Veolia Towers Hamburg in der Basketball-Bundesliga endete mit einer ordentlichen Klatsche. Doch der Club will wichtige Erkenntnisse aus der Spielzeit mitnehmen, um im nächsten Jahr nicht wieder so lange zittern zu müssen. "Für uns ging es darum, uns anständig aus der Saison zu verabschieden. Das ist uns leider nicht gelungen", sagte Cheftrainer Benka Barloschky nach dem deutlichen 71:103 gegen die noch um die Teilnahme an den Play-Ins kämpfenden Rostock Seawolves.
Zur Geschichte gehört aber auch, dass die Towers knapp drei Wochen zuvor gegen denselben Gegner vier Spieltage vor Saisonende den Verbleib in der BBL perfekt gemacht hatten. Mehr noch: Nach einem desaströsen Start und dem folgenden monatelangen Abstiegskampf waren die Hamburger nach diesem Erfolg plötzlich selbst in der Position, die Play-Ins zu erreichen.
Danach folgen jedoch vier Niederlagen. Vor allem angesichts des Auftrittes in Rostock betonte Barloschky nach Spielschluss: "Ich hoffe, dass die Mannschaft mit einem gewissen Abstand nicht an dieser Performance gemessen wird. Sondern insbesondere an der großen Leistung, den Klassenerhalt gesichert zu haben."
"Unser Charakter wurde richtig getestet"
Denn lange Zeit waren die Sorgen berechtigterweise groß, dass der Club wieder in die ProA zurückkehren muss. "Es war eine absolute Achterbahnfahrt", gab Geschäftsführer Marvin Willoughby unumwunden zu. Eine positive Erkenntnis aber habe er mitgenommen. "Unser Charakter wurde richtig getestet. Wenn es wirklich schlimm ist, wie gehen wir miteinander um."
Eine Konsequenz aus der nun zu Ende gegangenen Saison könnte die mögliche Teilnahme am Eurocup betreffen. Angesichts des 14. Tabellenplatzes in der BBL stellte Willoughy fest: "Von der Platzierung sieht es erst einmal so aus, dass wir in keinem europäischen Wettbewerb antreten werden."
Womöglich kommt dies den Hamburgern aber auch entgegen. Einerseits könnte eine Nichtteilnahme die Verpflichtung neuer Profi erschweren, die sich auf internationalem Parkett zeigen wollen. Andererseits räumte Willoughby ein: "Durch die Belastung haben wir sehr blöde Spielzeiten in der BBL gehabt."
Willoughby wünscht sich neue Halle
Das dürfte sich, neben dem Fehlstart, auch auf das Interesse bei den Heimspielen ausgewirkt haben. Zwar besuchten insgesamt 65.356 Zuschauer die 17 Partien. Davon entfielen allerdings 12.570 beziehungsweise 7.737 Besucher auf die Auftritte in der großen Barclays Arena gegen den FC Bayern München und Alba Berlin. Zu den anderen 15 Spielen in der Inselpark Arena, deren Kapazität bei 3400 Plätzen liegt, kamen im Schnitt nur 3.003 Fans.
Am Ende langte es auch in dieser Statistik lediglich zum 14. Platz in der Liga. "Wir sind aber grundsätzlich zufrieden mit dem Zahlen", betonte Willoughby. Es bleibe jedoch bei dem Wunsch, eine größere Halle zu bauen und dort zu spielen. "Und wir glauben auch fest daran, dass das Potenzial in der Stadt da ist."