Hamburg & Schleswig-HolsteinVon Dohnanyi: Städtepartnerschaft mit St. Petersburg wichtig

Altbürgermeister Klaus von Dohnanyi hält einen Austausch zwischen Hamburg und der russischen Partnerstadt St. Petersburg trotz des Ukraine-Kriegs für wichtig - und ist gegen einen Abbruch.
Hamburg (dpa/lno) - Hamburgs früherer Bürgermeister Klaus von Dohnanyi (SPD) hat sich trotz des seit mehr als vier Jahren dauernden Angriffskriegs von Russland gegen die Ukraine für ein Beibehalten der Städtepartnerschaft mit St. Petersburg ausgesprochen. "Städtepartnerschaften sind absolut unentbehrlich für die Beziehung zwischen den Völkern", sagte er in einem Interview des "Hamburger Abendblatts" (Freitag). Sie seien sozusagen das Auffangnetz für schwierige Zeiten. Es sei gut, wenn man im Austausch und im Gespräch bleibe – und wenn es nur auf Basis von Sportverbänden oder Kultureinrichtungen geschehe.
Von Dohnanyi: Man muss mit der anderen Seite in Kontakt bleiben
"Deshalb halte ich auch die Partnerschaft mit St. Petersburg gerade jetzt für so wichtig", betonte der Altbürgermeister. Wenn etwas helfe in diesen Zeiten, dann sei es diese Diplomatie der zweiten Ebene. "Mir ist völlig unverständlich, wie man überhaupt wie die CDU auf die Idee kommen kann, sie nun beenden zu wollen", sagte von Dohnanyi. Ihn hätten die Regierungszeit mit Willy Brandt (SPD) und die Entspannungspolitik geprägt. "Man muss mit der anderen Seite in Kontakt bleiben und Gesprächskanäle offenhalten", betonte er.
Die CDU-Bürgerschaftsfraktion hatte im Februar vergeblich beantragt, die Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und Sankt Petersburg formell und endgültig zu beenden. Nach dem Willen des Oppositionsführers hätte sie nur dann neu geschlossen werden können, "wenn Russland dauerhaft zum Völkerrecht zurückkehrt, die territoriale Integrität und Souveränität der Ukraine wiederherstellt und anerkennt sowie grundlegende demokratische und rechtsstaatliche Prinzipien erfüllt".
Hamburgs älteste Städtepartnerschaft ist jene mit St. Petersburg
Die offiziell noch bestehende Städtepartnerschaft Hamburgs mit St. Petersburg ist die älteste ihrer Art in der Hansestadt. Sie existiert bereits seit rund 60 Jahren, liegt seit Beginn des russischen Angriffskriegs 2022 jedoch auf Eis. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hatte mit Beginn des russischen Angriffs am 24. Februar erklärt, dass die Vorbereitungen für die Deutsche Woche in Sankt Petersburg seitens der Stadt Hamburg nicht fortgeführt würden. Zudem hatte er seine geplante Reise nach Sankt Petersburg abgesagt.