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Hamburg & Schleswig-HolsteinWalter zittert: Winter-Analyse entscheidet über HSV-Coach

17.12.2023, 13:09 Uhr
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(Foto: Daniel Karmann/dpa)

Die Hanseaten verabschieden sich durch das 2:0 in Nürnberg in den Winter. Trainer Tim Walter kann zwar vorerst aufatmen, aber die große Frage ist weiter: Übersteht der Coach die Hinrunden-Analyse?

Hamburg (dpa/lno) - Der Hamburger SV hat sich mit vielen Restzweifeln an der Aufstiegstauglichkeit aus dem Fußballjahr 2023 verabschiedet. Auch die enorm wichtigen drei Punkte durch das 2:0 (0:0) am Samstag beim 1. FC Nürnberg haben Trainer Tim Walter noch keine Jobsicherheit verschafft.

Ob der 48-Jährige weitermachen darf oder ob der HSV den sechsten Aufstiegsversuch in der 2. Fußball-Bundesliga mit einem anderen Trainer fortsetzen wird, entscheidet sich nach der großen und schon länger angesetzten Hinrunden-Analyse mit Sportvorstand Jonas Boldt in der kommenden Vorweihnachts-Woche.

"Natürlich gefällt es mir nicht, dass wir jetzt Dritter sind mit nur 31 Punkten. Vor allem nicht nach so einem guten Start", sagte Boldt in Nürnberg. "Man muss gucken, ob wir auf dem richtigen Weg sind oder vom Weg abgekommen sind, und was wir brauchen, um endlich unser Ziel zu erreichen."

Klar ist: Das Vertrauen in Walter ist längst nicht mehr so gefestigt wie noch nach dem Ende der vergangenen Saison. Da dauerte es selbst nach der verlorenen Relegation gegen den VfB Stuttgart nur wenige Minuten, bis Boldt seinen Trainer öffentlich bestätigte.

Walter selbst gab sich am Wochenende kämpferisch. "Es war ein extrem hartes, intensives Jahr", sagte er und spielte auf die vielen personellen Ausfälle und sportlichen Rückschläge an. "Jetzt sammeln wir Kraft und dann feuern wir in der Rückrunde alles raus, dass wir dann letztendlich unseren großen Schritt auch schaffen."

Das Überwintern auf dem dritten Tabellenplatz mit überschaubaren vier Punkten Rückstand auf Rang eins dürfte viele Fans nach den enttäuschenden vergangenen Wochen zwar etwas versöhnen. Aber selbst bei Walter-Befürwortern in der Anhängerschaft gibt es längst Skepsis. Und nach Informationen der "Bild" soll sogar Investor Klaus-Michael Kühne mittlerweile einen Abgang des Trainers favorisieren.

Gründe für diese Zweifel gibt es genug. Die Hamburger holten in Nürnberg zwar endlich wieder einen Auswärtssieg. Doch die Hinrunden-Niederlagen gegen Aufsteiger wie Elversberg und Osnabrück sowie die verloren gegangene Souveränität wirken nach.

Auch von dem Ergebnis in Nürnberg sollte sich die Clubspitze bei der anstehenden Analyse vor den Feiertagen nicht blenden lassen. Vorne schludrig, hinten wackelig: So ließ sich der Auftritt der Hamburger vor den späten Treffern von Torjäger Robert Glatzel (80. Minute) und Jean-Luc Dompé (90.+7) auch diesmal kurz und knapp beschreiben.

In der Langfassung gab es die identischen Probleme der vergangenen HSV-Wochen zu sehen. Wie schon beim 1:2 gegen Paderborn war der HSV defensiv extrem anfällig. Nürnberg hielt gut mit und scheiterte jeweils am Pfosten und der Latte. Offensivaktionen von Glatzel und auch dem bemühten Bakery Jatta blieben oft zu ungefährlich.

Walter meinte später trotzdem, dass "die Jungs über das ganze Spiel hinweg ein sehr gutes Spiel gemacht haben". Und hielt dann noch ein Plädoyer in eigener Sache: "Unser Anspruch ist hoch, den haben wir nicht immer ganz erfüllt. Aber auf jeden Fall haben wir etwas entwickelt. Wir sind gut daran, dass wir uns darüber unterhalten, was wir besser machen können."

Quelle: dpa

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