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Hamburg & Schleswig-HolsteinWeniger Krankmeldungen in Hamburg – Erkältungen gehen zurück

28.01.2026, 05:31 Uhr
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(Foto: picture alliance/dpa)

In Hamburg haben sich die Krankmeldungen im vergangenen Jahr verringert. Besonders Erkältungen sorgten für weniger Ausfälle, zeigen Daten großer Krankenkassen.

Hamburg (dpa/lno) - Die größten gesetzlichen Krankenkassen haben im vergangenen Jahr in Hamburg rückläufige oder annähernd gleichbleibende Krankmeldungen registriert. So zählte die Techniker Krankenkasse - mit bundesweit mehr als zwölf Millionen Versicherten Deutschlands größte Krankenkasse - in der Hansestadt im vergangenen Jahr im Schnitt 18,32 Krankheitstage. Im Jahr 2024 seien es noch 19,03 gewesen, teilte die Kasse auf Anfrage mit. Grund für den Rückgang seien weniger Krankmeldungen aufgrund von Erkältungskrankheiten - etwa Grippe oder Corona - gewesen. Dort seien die Fehlzeiten im Schnitt von 4,77 auf 4,42 Tage gesunken.

Barmer-Versicherte fehlten in Hamburg im Schnitt 20 Tage

Ein ähnliches Bild bei der Barmer-Krankenkasse, der mit bundesweit mehr als acht Millionen Versicherten zweitgrößten gesetzlichen Kasse: Vorläufigen Auswertungen des Barmer Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg) zufolge fehlte im vergangenen Jahr jede und jeder Versicherte im Schnitt 20,0 Tage krankheitsbedingt – im Jahr zuvor seien es noch 20,8 Tage gewesen. Parallel sei der Krankenstand von 5,69 auf 5,48 Prozent gesunken.

Aus Sicht der Barmer verlieren die Nachwirkungen der Corona-Pandemie an Bedeutung. "Nach dem Ende der Kontaktbeschränkungen trafen viele Krankheitserreger auf ein wenig trainiertes Immunsystem. Das hat die hohen Fehlzeiten der vergangenen Jahre maßgeblich mitverursacht", sagte Landesgeschäftsführerin Susanne Klein der Deutschen Presse-Agentur. Dieser Nachholeffekt schwäche sich nun spürbar ab.

Rückgang bei Erkältungskrankheiten

Besonders deutlich zeige sich das bei Atemwegserkrankungen. Die Fehltage wegen Erkrankungen wie Bronchitis oder grippalen Infekten gingen demnach im vergangenen Jahr in Hamburg um 2,4 Prozent zurück. Bei klassischen Erkältungskrankheiten wie Schnupfen oder Mandelentzündung liege der Rückgang sogar bei minus 6,1 Prozent. Für Klein steht damit fest: "Die außergewöhnlich hohen Fehlzeiten der vergangenen Jahre verlieren weiter an Gewicht."

Die DAK Gesundheit - mit mehr als fünf Millionen Versicherten bundesweit drittgrößte gesetzliche Krankenkasse - verzeichnete einem Bericht des "Hamburger Abendblatts" zufolge in Hamburg im vergangenen Jahr im Schnitt 18,2 Krankheitstage - annähernd gleich viele wie im Jahr zuvor. Die Hansestadt liegt dennoch deutlich unter dem Bundesschnitt der DAK-Versicherten. Waren doch Beschäftigte in ganz Deutschland im vergangenen Jahr im Schnitt 19,5 Kalendertage krankgeschrieben - annähernd so lange wie 2024 mit 19,7 Fehltagen, wie die Kasse nach eigenen Versichertendaten ermittelte.

Telefonische Krankschreibung im Visier der Union

Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz hatte zuletzt wegen des aus seiner Sicht hohen Krankenstands der Beschäftigten in Deutschland erneut die telefonische Krankschreibung ins Visier genommen. Diese gilt seit 2021, die Union dringt auf eine Abschaffung. "Während der Coronazeit begründet richtig, heute immer noch?", fragte der Kanzler auf einer Wahlkampfveranstaltung in Bad Rappenau.

Quelle: dpa

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