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Hamburg & Schleswig-HolsteinWinternotprogramm zu 90 Prozent ausgelastet

06.01.2026, 05:02 Uhr
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Der Winter hat Hamburg mit Eis und Schnee fest im Griff. Für viele ist die weiße Pracht eine seltene Überraschung, für andere ein Problem - vor allem, wenn man kein Dach über dem Kopf hat.

Hamburg (dpa/lno) - Angesichts eisiger Temperaturen in Hamburg nutzen obdachlose Menschen vermehrt die Einrichtungen des Winternotprogramms. "Aktuell sind die Standorte zu rund 90 Prozent ausgelastet", sagte ein Sprecher der Sozialbehörde der Deutschen Presse-Agentur.

Zum Vergleich: Kurz nach Start des Winternotprogramms Anfang November hatte die Auslastung der Einrichtungen in den Stadtteilen Hammerbrook und Moorfleet mit ihren insgesamt über 700 Plätzen den Angaben zufolge noch bei rund 65 Prozent gelegen.

Öffnungszeiten werden wetterbedingt angepasst

Wegen der Minusgrade seien die Öffnungszeiten der Übernachtungsstätten bereits in den vergangenen Tagen angepasst worden: von 15.00 Uhr am Nachmittag bis 11.00 Uhr am folgenden Vormittag.

Bei den Öffnungszeiten orientiere man sich an den Warnstufen des Deutschen Wetterdienstes, sagte der Sprecher. Erst bei Warnungen vor anhaltendem strengen Frost, auf jeden Fall aber bei Temperaturen unter minus fünf Grad könnten die Übernachtungsstätten auch tagsüber genutzt werden.

Normalerweise öffnen die Unterkünfte erst um 17.00 Uhr - um 9.30 Uhr müssen die Obdachlosen sie wieder verlassen haben. Nur akut Erkrankte oder andere gesundheitlich bedingte Härtefälle dürften unabhängig vom Wetter auch tagsüber in den Unterkünften bleiben, sagte der Sprecher. Allen anderen stünden während der Schließzeiten die Tagesaufenthaltsstätten offen.

Auch Waschmaschinen und Sozialberatung im Angebot

In der kalten Jahreszeit sollen die 400 Plätze in der Friesenstraße in Hammerbrook und die gut 300 Plätze in der Châu-und-Lân-Straße in Moorfleet Obdachlosen von November bis März ein Dach über dem Kopf bieten - zusätzlich zu den ständigen Notübernachtungsstätten im Pik As (330 Plätze) und der Frauen-Einrichtung Hinrichsenstraße (60 Plätze).

Außer einem kostenlosen Bett und Sanitäreinrichtungen werden den Menschen dort auch Mahlzeiten, Waschmaschinen, abschließbare Schränke und eine Sozialberatung angeboten.

Neben den Einrichtungen von Fördern & Wohnen stellen mehrere Hamburger Kirchgemeinden insgesamt rund 100 weitere Schlafplätze in Containern zur Verfügung.

Quelle: dpa

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